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Libyen 2

11.11.2007 – 13. Tag – Leptis Magna

Die Nacht ist kurz, doch frisch geduscht trifft man sich beim Frühstück. Leider wird das friedvolle Schmatzen auch hier durch Margits Stimmchen übertönt.

Im Bus erst mal Abhängen, aber viel bringt das nicht.

Leptis Magna. Zuerst ins Museum, dessen überwältigende Attraktion ein überlebensgroßer Ghadafi darstellt. Naja, ein paar historische Ausgrabungsfunde sind auch drin. Apropos Gaddafi: Ulf trägt heute Kamel. Vorn Kopf, hinten Arsch, wie sich’s gehört.

(Leptis Magna, vermutlich die 1. phönizische Stadt in Tripolitanien, avancierte nach Eroberung durch die Assyrer zum bedeutendsten punischen Emporium Karthagos. 46 v. C. wurde die Stadt von den Cäsar erobert und ab dann romanisiert.

Sie besaß den bedeutendsten Ausfuhrhafen für exotische Güter aus Afrika, vor allem für die Verschiffung von Tieren. Aufwertung erfuhr die Stadt unter Vespasian (Errichtung der Triumphbogens)  und Trajan, ihre Blütezeit allerdings erlebte sie unter Kaiser Septimus Severus (193-211), unter dem die meisten der Bauwerke entstanden, wie das Hafenbecken, die Säulen-Prachtstraße, das Forum und die Basilika. Nach 235 n. C. setzte der Verfall ein. Die Erdbeben des 4. Jahrhunderts und der Einfall der Barbaren (damit sind nicht die deutschen Touris gemeint), trugen ihren Teil zur Zerstörung bei. 533, unter Justinians Feldherr Belizar wurde die Stadt in verkleinerter Form wiedererichtet und neu ummauert. Mit der Ernennung von Oea, später Tripolis, zum Machtzentrum (641-643) verlor Leptis Magna seine einstige Bedeutung. Die Ausgrabungen begannen in den 20er Jahren des 20.jahrhunderts, seit 1982 gehört Leptis Magna zum Weltkulturerbe. Leptis Magna war die drittgrößte Stadt des römischen Imperiums und es ist schon gigantisch und ausgesprochen eindrucksvoll, was davon heute noch in einem fantastischen Zustand erhalten geblieben ist.

Nachdem sich die müde Meute unter großen Mühen eine Kaffeepause erbettelt hat, beginnt der Rundgang. Kerstin bleibt verlassen zurück. Wir anderen passieren den Triumphbogen des Septimus Severus und den Cardo Maximus, vorbei an Reliefsteinen und Wegweiser zum Bordell (hervorragend ausgeschildert) und erreichen die hadrianischen Thermen. Fritz und Lutz gehen aufs Steinklo, weil nur für Männer. Dann der Marktplatz, das Nymphäum , das gigantische Severische Forum mit den Medusen(eine guckt blöder als die andere)  und der wundervollen Basilika. Dann das Alte Forum, den Tempel des Flavius, das Hafenbecken und den Rest der Markthalle. Im Amphietheater erregen wir mit unserem perfekten Gesangsübungen den Unmut einiger ruhebedürftiger Damen aus einer anderen deutschen Reisegruppe. Wahrscheinlich Studiosus. Anfangs etwas gewöhnungsbedürftig ist die Sprache des (selbstgefälligen) Führers, doch mit etwas Übung und hoher Konzentration gelingt es den meisten, seinen Ausführungen zu folgen und sich heftig beeindruckt zu zeigen. Zumindest die ersten 2 Stunden. Dann wäre eigentlich ein Päuschen angebracht gewesen, denn die Konzentration lässt nach und Füße und Rücken wollen nicht mehr so recht. Mittagessen war für 14.00 Uhr versprochen, doch es soll noch eine knappe Stunde dauern, bis der Traum (vor allem vom Hinsetzen)wahr werden kann. Vorbei noch an einigen Tempeln und Villen, Mägen hängen in den Kniekehlen,  Beine werden immer schwerer. Letzter Wegweiser zum Puff, dann passieren wir den Triumphbogen und bekommen endlich Gelegenheit zum Verschnaufen. Und unser Mittagessen.

Am Nachmittag besichtigen wir noch das Colosseum und genießen dahinter den Blick aufs Meer. Vor der Arena treffen wir auf eine Herde wilder Bestien (Määäh). und drinnen auf Ulf, den Gladiator.  Dann geht es, geschafft und angefüllt mit Eindrücken, zurück nach Tripolis.

Jeanette wartet bereits, ausgeruht und kampfbereit. Noch ein Pfeifchen im Hotel-Foyer, dabei Satz des Tages von Iris: „Grade ist mir eingefallen, woher ich Rolf und Ruth kenne! Kelly-Family !“ (Recht hat sie ) Kurz aufs Zimmer und dann flugs abgefüttert – Fauxpas – Gesine informiert alle, dass wir früher zu Abend essen können, erreicht dabei aber Jutta und Brigitte nicht, diese fehlen also am Tisch

und sind später angesäuert. Dafür dürfen wir registrieren, dass Frau Kelly-Family ein zweites T-Shirt und eine Jeans besitzt! (Kaum wiederzuerkennen !) Wie gehabt motzen die Schweizer, weil ihnen einen Abend im landestypischen Restaurant versprochen war und Oskar nun extra den Smoking mitgeschleppt hat... (Eigentlich Schade, Oskar im Smoking und Margit im kleinen Schwarzen, das wäre sicher hübsch geworden)

Wir wollen was erleben und ziehen zu acht mit 2 Taxis in die Stadt. Mit im Boot natürlich Gesine, Ute, Peggy und Jeanette, komplettiert wird die Runde durch Iris und Thomas und last but not least den Fritz, der sich heute mal von Ingrid und Rosi weggeschlichen hat.

Erlebnis 1: In Libyen hat Bambi Hörner (und ist eine Gazelle) 2. Die Souks sind bereits geschlossen, also Abschwenken auf eine Einkaufsstraße mit italienischem Flair. 3. Gesine kauft einen BH (heftig kommentiert durch die übrigen Mitstreiter) + wir kommen in den Genuss, beispielhafte Verkaufskultur zu erleben. Auch lernen wir etwas über den Unterschied italienischen Slips und Plautzern aus England.  Wohl durch die nicht zu überhörenden Anfeuerungskommentare und unser Gelächter angelockt, steht plötzlich Mohammed im Laden, was die Runde erfreulich komplettiert. So genießen wir in Insiderbegleitung einen schönen Abendspaziergang und später Capuccino und Gran Bitter ...

12.11.2007 – 14. Tag – Tripolis + Abschied von Libyen

Noch ein Morgenfoto vom Hotelbalkon, Frühstück und dann mit dem Gepäck zum Bus. Wir müssen zusammenrücken, um das Bildungsbürgertum aus der anderen Reisegruppe aufzunehmen. Kerstin, die jetzt einen Banknachbarn hat, wirkt glücklich, die Begeisterung der anderen hält sich in Grenzen. Rolf ist nur durch Aufforderung zu bewegen, die mit seinem Kram belegte Bank freizugeben, damit auch dort jemand sitzen kann.

Wir passieren den Marc-Aurel-Bogen und bewegen uns zu Fuß zu einer abschließenden Stadtbesichtigung. Nach einen kurzen Gang durch die Altstadt, an der Synagoge, einer zum Hotel umgebauten Karawanserei und einer katholischen Kirche vorbei, gelangen wir in die Souks. Da ist nun echt was los. Man weiß gar nicht, wohin man zuerst schauen soll.  Schmuck, Klamotten, Gewürze, erstaunlich die Sauberkeit und Freundlichkeit und angenehme Zurückhaltung der Händler. Nirgends wird man bedrängt oder reingezerrt. Zum Handeln selbst bleibt kaum Zeit, die Angst, man könnte die Gruppe verlieren, hält davon ab. Kinder wollen fotografiert werden, es entstehen lustige Bilder. Eine ältere Frau lässt Ingrid und mich einen Blick in ihr Haus werfen. Wir sehen einen großen Raum mit Galerie, um den herum sich lauter kleine Zimmer gruppieren. Es wirkt gemütlich, mit Polstern und Bildern an der Wand (übrigens nicht Gadafi !) Die Stasis (es sind jetzt 2, vermutlich werden sie geklont) sind ausnahmsweise mal sinnvoll beschäftigt. Sie spüren zurückgebliebene und verirrte Gruppenmitglieder auf und geleiten sie zur Herde zurück.

Der Pechpinsel des Tages ist Gesine. Erst schnappt ihr Familie Raffzahn die letzten Datteln weg, dann fällt die Tüte mit „Prinzessin“ runter. Klirr. Darauf Kommentar Ulf, der gerade zu erläutern versucht, dass sich lose Datteln in der Tasche nicht bewegen „dagegen das bewegt sich heftig ...“ Er selbst bewegt sich auch. Nämlich schleunigst aus Gesines Aktionsfeld (sicher ist sicher). Peggy rettet die Stimmung, indem sie sofort lossprintet und Gesine ein neues Glas schenkt, was erheblich zur Besänftigung beiträgt.

Amüsant: der Verkäufer am Tierstand hat nicht nur in Dresden studiert und in Leipzig Deutsch gelernt, er heißt auch noch Mohammed und ist ein Freund von Mohammed ... nicht, dass die Welt kein Dorf wäre ...

Noch ein letztes Mal Ghadafi fotografiert, dann verabschieden wir uns von Tripolis und fahren in Richtung tunesische Grenze.

Ebenso unkompliziert wie wir reingekommen sind, verlassen wir Libyen wieder.

Noch 130 km bis zum Hotel. Danksagungen an den Fahrer und Mohammed, zuerst von Kerstin,  bescheiden, verhalten und zu leise, als dass es irgendjemand sonst verstehen könnte,  hernach, auf Gruppenwunsch, noch mal deutlich und für jeden verständlich der Dank von Gesine. Der Empfang im Hotel ist, wie erwartet, frostig. Der Begrüßungssaft ist gleich mal alle, der Kofferträger muss erst aktiviert werden, die Anmeldezeremonie gestaltet sich mühselig. Dann ist auch noch Lutz abgängig. Irgendwann findet ihn Mohammed in der Bar, er musste erst sein Überlebensquantum auffüllen. Zu Ulfs großer Freude ist sein Koffer hier auch nach 14 Tagen noch nicht eingetroffen, nun hat er die Hoffnung, ihm zu Hause wieder zu begegnen.

Auf einen Restaurantbesuch verzichten wir lieber. Ulf allerdings sieht das nicht so: „Ich ziehe mir was über mein Ghadafi-T-Shirt und mische mich unter eine Gruppe Italiener. Und dann bescheiße ich dieses Restaurant nach Strich und Faden ...“ (gesagt, getan)

Wir nehmen noch ein paar Bierchen oder das eine bzw. andere Weinchen und frieren im Außenbereich der Bar noch ein wenig vor uns hin. Irgendwann taucht Lutz auf und versucht, es so zu sagen, wie es ist. (Was, war allerdings nicht recht rauszufinden.) Wir verabschieden uns von Jutta und Brigitte, von Iris und Thomas und auch von Lutz, der schnell noch etwas Frust abzulassen versucht, fliehen ins Warme und verteilen uns auf unsere Betten.

13.11.2007 – Abreisetag

Beim Frühstück und danach versuchen wir, Oskar und Margit zu umlaufen, das ist nicht schwer, denn man hört sie (Margit) deutlich. Besonders Gesine ist darum bemüht, da Oskar, mit der Androhung, nach Leipzig kommen zu wollen, um ihre Karte gebeten hatte. (Tja, wenn er seine Frau zu Hause ließe, wäre das kein Thema gewesen. So muss dies allerdings mit aller Kraft verhindert werden.)  

An der Rezeption Abschied von Mohammed, der seine nächste Gruppe übernehmen muss. Die Zeit bis zur Abholung kriegen wir rum mit Spaziergängen, shoppen im Hotelshop, rumhängen am Pool oder genießen ein Bad im Meer, sehr zum Entsetzen der Italiener, die schon beim Zuschauen frieren.

Noch ein letzter Espresso, Abschied von Ulf und Jeanette, natürlich nicht, ohne sie nach Leipzig einzuladen, dann Transfer zum Flughafen. Das Gepäck auf die Waage – Feststellung: es hat zugenommen ... Sieger wird Rosemarie mit  20 kg, gefolgt von Ingrid mit 19 Kg, Ute geht als letzte mit gerade mal 11 Kilo durch.

Ein bisschen shoppen, was trinken, dann müssen wir rennen, weil die Zeit knapp wird.  Ich schaffe es nicht mal mehr, aufs Klo zu gehen. Hinein in den Flieger und ab in die Kälte ... Der im Flugzeug angesagte „Schneesturm über Nürnberg“ löst nicht gerade Jubel aus. In Nürnberg durch den Zoll. Gesine büßt zum 2. Mal eine „Prinzessin“ ein. Ich habe Glück, weil Rosi und Ingrid zwei meiner Gläser zwangsadoptieren. Satz des Tages (Rosemarie): „Wir kommen vom Camping, wir haben nichts.“ Zeit für Bier und Würstchen und Gelegenheit, zu Hause anzurufen.

Flughafen Leipzig/Halle. Ende gut, alle haben überlebt. Nur eine mit Blessur. Gepäck abgefasst und tschüssi bis zum nächsten Mal – dass Peggys Rucksack den Flieger nicht gekriegt hat, können wir zu dem Zeitpunkt allerdings noch nicht wissen ..........

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Libyen 2

11.11.2007 – 13. Tag – Leptis Magna

Die Nacht ist kurz, doch frisch geduscht trifft man sich beim Frühstück. Leider wird das friedvolle Schmatzen auch hier durch Margits Stimmchen übertönt.

Im Bus erst mal Abhängen, aber viel bringt das nicht.

Leptis Magna. Zuerst ins Museum, dessen überwältigende Attraktion ein überlebensgroßer Ghadafi darstellt. Naja, ein paar historische Ausgrabungsfunde sind auch drin. Apropos Gaddafi: Ulf trägt heute Kamel. Vorn Kopf, hinten Arsch, wie sich’s gehört.

(Leptis Magna, vermutlich die 1. phönizische Stadt in Tripolitanien, avancierte nach Eroberung durch die Assyrer zum bedeutendsten punischen Emporium Karthagos. 46 v. C. wurde die Stadt von den Cäsar erobert und ab dann romanisiert.

Sie besaß den bedeutendsten Ausfuhrhafen für exotische Güter aus Afrika, vor allem für die Verschiffung von Tieren. Aufwertung erfuhr die Stadt unter Vespasian (Errichtung der Triumphbogens)  und Trajan, ihre Blütezeit allerdings erlebte sie unter Kaiser Septimus Severus (193-211), unter dem die meisten der Bauwerke entstanden, wie das Hafenbecken, die Säulen-Prachtstraße, das Forum und die Basilika. Nach 235 n. C. setzte der Verfall ein. Die Erdbeben des 4. Jahrhunderts und der Einfall der Barbaren (damit sind nicht die deutschen Touris gemeint), trugen ihren Teil zur Zerstörung bei. 533, unter Justinians Feldherr Belizar wurde die Stadt in verkleinerter Form wiedererichtet und neu ummauert. Mit der Ernennung von Oea, später Tripolis, zum Machtzentrum (641-643) verlor Leptis Magna seine einstige Bedeutung. Die Ausgrabungen begannen in den 20er Jahren des 20.jahrhunderts, seit 1982 gehört Leptis Magna zum Weltkulturerbe. Leptis Magna war die drittgrößte Stadt des römischen Imperiums und es ist schon gigantisch und ausgesprochen eindrucksvoll, was davon heute noch in einem fantastischen Zustand erhalten geblieben ist.

Nachdem sich die müde Meute unter großen Mühen eine Kaffeepause erbettelt hat, beginnt der Rundgang. Kerstin bleibt verlassen zurück. Wir anderen passieren den Triumphbogen des Septimus Severus und den Cardo Maximus, vorbei an Reliefsteinen und Wegweiser zum Bordell (hervorragend ausgeschildert) und erreichen die hadrianischen Thermen. Fritz und Lutz gehen aufs Steinklo, weil nur für Männer. Dann der Marktplatz, das Nymphäum , das gigantische Severische Forum mit den Medusen(eine guckt blöder als die andere)  und der wundervollen Basilika. Dann das Alte Forum, den Tempel des Flavius, das Hafenbecken und den Rest der Markthalle. Im Amphietheater erregen wir mit unserem perfekten Gesangsübungen den Unmut einiger ruhebedürftiger Damen aus einer anderen deutschen Reisegruppe. Wahrscheinlich Studiosus. Anfangs etwas gewöhnungsbedürftig ist die Sprache des (selbstgefälligen) Führers, doch mit etwas Übung und hoher Konzentration gelingt es den meisten, seinen Ausführungen zu folgen und sich heftig beeindruckt zu zeigen. Zumindest die ersten 2 Stunden. Dann wäre eigentlich ein Päuschen angebracht gewesen, denn die Konzentration lässt nach und Füße und Rücken wollen nicht mehr so recht. Mittagessen war für 14.00 Uhr versprochen, doch es soll noch eine knappe Stunde dauern, bis der Traum (vor allem vom Hinsetzen)wahr werden kann. Vorbei noch an einigen Tempeln und Villen, Mägen hängen in den Kniekehlen,  Beine werden immer schwerer. Letzter Wegweiser zum Puff, dann passieren wir den Triumphbogen und bekommen endlich Gelegenheit zum Verschnaufen. Und unser Mittagessen.

Am Nachmittag besichtigen wir noch das Colosseum und genießen dahinter den Blick aufs Meer. Vor der Arena treffen wir auf eine Herde wilder Bestien (Määäh). und drinnen auf Ulf, den Gladiator.  Dann geht es, geschafft und angefüllt mit Eindrücken, zurück nach Tripolis.

Jeanette wartet bereits, ausgeruht und kampfbereit. Noch ein Pfeifchen im Hotel-Foyer, dabei Satz des Tages von Iris: „Grade ist mir eingefallen, woher ich Rolf und Ruth kenne! Kelly-Family !“ (Recht hat sie ) Kurz aufs Zimmer und dann flugs abgefüttert – Fauxpas – Gesine informiert alle, dass wir früher zu Abend essen können, erreicht dabei aber Jutta und Brigitte nicht, diese fehlen also am Tisch

und sind später angesäuert. Dafür dürfen wir registrieren, dass Frau Kelly-Family ein zweites T-Shirt und eine Jeans besitzt! (Kaum wiederzuerkennen !) Wie gehabt motzen die Schweizer, weil ihnen einen Abend im landestypischen Restaurant versprochen war und Oskar nun extra den Smoking mitgeschleppt hat... (Eigentlich Schade, Oskar im Smoking und Margit im kleinen Schwarzen, das wäre sicher hübsch geworden)

Wir wollen was erleben und ziehen zu acht mit 2 Taxis in die Stadt. Mit im Boot natürlich Gesine, Ute, Peggy und Jeanette, komplettiert wird die Runde durch Iris und Thomas und last but not least den Fritz, der sich heute mal von Ingrid und Rosi weggeschlichen hat.

Erlebnis 1: In Libyen hat Bambi Hörner (und ist eine Gazelle) 2. Die Souks sind bereits geschlossen, also Abschwenken auf eine Einkaufsstraße mit italienischem Flair. 3. Gesine kauft einen BH (heftig kommentiert durch die übrigen Mitstreiter) + wir kommen in den Genuss, beispielhafte Verkaufskultur zu erleben. Auch lernen wir etwas über den Unterschied italienischen Slips und Plautzern aus England.  Wohl durch die nicht zu überhörenden Anfeuerungskommentare und unser Gelächter angelockt, steht plötzlich Mohammed im Laden, was die Runde erfreulich komplettiert. So genießen wir in Insiderbegleitung einen schönen Abendspaziergang und später Capuccino und Gran Bitter ...

12.11.2007 – 14. Tag – Tripolis + Abschied von Libyen

Noch ein Morgenfoto vom Hotelbalkon, Frühstück und dann mit dem Gepäck zum Bus. Wir müssen zusammenrücken, um das Bildungsbürgertum aus der anderen Reisegruppe aufzunehmen. Kerstin, die jetzt einen Banknachbarn hat, wirkt glücklich, die Begeisterung der anderen hält sich in Grenzen. Rolf ist nur durch Aufforderung zu bewegen, die mit seinem Kram belegte Bank freizugeben, damit auch dort jemand sitzen kann.

Wir passieren den Marc-Aurel-Bogen und bewegen uns zu Fuß zu einer abschließenden Stadtbesichtigung. Nach einen kurzen Gang durch die Altstadt, an der Synagoge, einer zum Hotel umgebauten Karawanserei und einer katholischen Kirche vorbei, gelangen wir in die Souks. Da ist nun echt was los. Man weiß gar nicht, wohin man zuerst schauen soll.  Schmuck, Klamotten, Gewürze, erstaunlich die Sauberkeit und Freundlichkeit und angenehme Zurückhaltung der Händler. Nirgends wird man bedrängt oder reingezerrt. Zum Handeln selbst bleibt kaum Zeit, die Angst, man könnte die Gruppe verlieren, hält davon ab. Kinder wollen fotografiert werden, es entstehen lustige Bilder. Eine ältere Frau lässt Ingrid und mich einen Blick in ihr Haus werfen. Wir sehen einen großen Raum mit Galerie, um den herum sich lauter kleine Zimmer gruppieren. Es wirkt gemütlich, mit Polstern und Bildern an der Wand (übrigens nicht Gadafi !) Die Stasis (es sind jetzt 2, vermutlich werden sie geklont) sind ausnahmsweise mal sinnvoll beschäftigt. Sie spüren zurückgebliebene und verirrte Gruppenmitglieder auf und geleiten sie zur Herde zurück.

Der Pechpinsel des Tages ist Gesine. Erst schnappt ihr Familie Raffzahn die letzten Datteln weg, dann fällt die Tüte mit „Prinzessin“ runter. Klirr. Darauf Kommentar Ulf, der gerade zu erläutern versucht, dass sich lose Datteln in der Tasche nicht bewegen „dagegen das bewegt sich heftig ...“ Er selbst bewegt sich auch. Nämlich schleunigst aus Gesines Aktionsfeld (sicher ist sicher). Peggy rettet die Stimmung, indem sie sofort lossprintet und Gesine ein neues Glas schenkt, was erheblich zur Besänftigung beiträgt.

Amüsant: der Verkäufer am Tierstand hat nicht nur in Dresden studiert und in Leipzig Deutsch gelernt, er heißt auch noch Mohammed und ist ein Freund von Mohammed ... nicht, dass die Welt kein Dorf wäre ...

Noch ein letztes Mal Ghadafi fotografiert, dann verabschieden wir uns von Tripolis und fahren in Richtung tunesische Grenze.

Ebenso unkompliziert wie wir reingekommen sind, verlassen wir Libyen wieder.

Noch 130 km bis zum Hotel. Danksagungen an den Fahrer und Mohammed, zuerst von Kerstin,  bescheiden, verhalten und zu leise, als dass es irgendjemand sonst verstehen könnte,  hernach, auf Gruppenwunsch, noch mal deutlich und für jeden verständlich der Dank von Gesine. Der Empfang im Hotel ist, wie erwartet, frostig. Der Begrüßungssaft ist gleich mal alle, der Kofferträger muss erst aktiviert werden, die Anmeldezeremonie gestaltet sich mühselig. Dann ist auch noch Lutz abgängig. Irgendwann findet ihn Mohammed in der Bar, er musste erst sein Überlebensquantum auffüllen. Zu Ulfs großer Freude ist sein Koffer hier auch nach 14 Tagen noch nicht eingetroffen, nun hat er die Hoffnung, ihm zu Hause wieder zu begegnen.

Auf einen Restaurantbesuch verzichten wir lieber. Ulf allerdings sieht das nicht so: „Ich ziehe mir was über mein Ghadafi-T-Shirt und mische mich unter eine Gruppe Italiener. Und dann bescheiße ich dieses Restaurant nach Strich und Faden ...“ (gesagt, getan)

Wir nehmen noch ein paar Bierchen oder das eine bzw. andere Weinchen und frieren im Außenbereich der Bar noch ein wenig vor uns hin. Irgendwann taucht Lutz auf und versucht, es so zu sagen, wie es ist. (Was, war allerdings nicht recht rauszufinden.) Wir verabschieden uns von Jutta und Brigitte, von Iris und Thomas und auch von Lutz, der schnell noch etwas Frust abzulassen versucht, fliehen ins Warme und verteilen uns auf unsere Betten.

13.11.2007 – Abreisetag

Beim Frühstück und danach versuchen wir, Oskar und Margit zu umlaufen, das ist nicht schwer, denn man hört sie (Margit) deutlich. Besonders Gesine ist darum bemüht, da Oskar, mit der Androhung, nach Leipzig kommen zu wollen, um ihre Karte gebeten hatte. (Tja, wenn er seine Frau zu Hause ließe, wäre das kein Thema gewesen. So muss dies allerdings mit aller Kraft verhindert werden.)  

An der Rezeption Abschied von Mohammed, der seine nächste Gruppe übernehmen muss. Die Zeit bis zur Abholung kriegen wir rum mit Spaziergängen, shoppen im Hotelshop, rumhängen am Pool oder genießen ein Bad im Meer, sehr zum Entsetzen der Italiener, die schon beim Zuschauen frieren.

Noch ein letzter Espresso, Abschied von Ulf und Jeanette, natürlich nicht, ohne sie nach Leipzig einzuladen, dann Transfer zum Flughafen. Das Gepäck auf die Waage – Feststellung: es hat zugenommen ... Sieger wird Rosemarie mit  20 kg, gefolgt von Ingrid mit 19 Kg, Ute geht als letzte mit gerade mal 11 Kilo durch.

Ein bisschen shoppen, was trinken, dann müssen wir rennen, weil die Zeit knapp wird.  Ich schaffe es nicht mal mehr, aufs Klo zu gehen. Hinein in den Flieger und ab in die Kälte ... Der im Flugzeug angesagte „Schneesturm über Nürnberg“ löst nicht gerade Jubel aus. In Nürnberg durch den Zoll. Gesine büßt zum 2. Mal eine „Prinzessin“ ein. Ich habe Glück, weil Rosi und Ingrid zwei meiner Gläser zwangsadoptieren. Satz des Tages (Rosemarie): „Wir kommen vom Camping, wir haben nichts.“ Zeit für Bier und Würstchen und Gelegenheit, zu Hause anzurufen.

Flughafen Leipzig/Halle. Ende gut, alle haben überlebt. Nur eine mit Blessur. Gepäck abgefasst und tschüssi bis zum nächsten Mal – dass Peggys Rucksack den Flieger nicht gekriegt hat, können wir zu dem Zeitpunkt allerdings noch nicht wissen ..........

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Libyen 2

11.11.2007 – 13. Tag – Leptis Magna

Die Nacht ist kurz, doch frisch geduscht trifft man sich beim Frühstück. Leider wird das friedvolle Schmatzen auch hier durch Margits Stimmchen übertönt.

Im Bus erst mal Abhängen, aber viel bringt das nicht.

Leptis Magna. Zuerst ins Museum, dessen überwältigende Attraktion ein überlebensgroßer Ghadafi darstellt. Naja, ein paar historische Ausgrabungsfunde sind auch drin. Apropos Gaddafi: Ulf trägt heute Kamel. Vorn Kopf, hinten Arsch, wie sich’s gehört.

(Leptis Magna, vermutlich die 1. phönizische Stadt in Tripolitanien, avancierte nach Eroberung durch die Assyrer zum bedeutendsten punischen Emporium Karthagos. 46 v. C. wurde die Stadt von den Cäsar erobert und ab dann romanisiert.

Sie besaß den bedeutendsten Ausfuhrhafen für exotische Güter aus Afrika, vor allem für die Verschiffung von Tieren. Aufwertung erfuhr die Stadt unter Vespasian (Errichtung der Triumphbogens)  und Trajan, ihre Blütezeit allerdings erlebte sie unter Kaiser Septimus Severus (193-211), unter dem die meisten der Bauwerke entstanden, wie das Hafenbecken, die Säulen-Prachtstraße, das Forum und die Basilika. Nach 235 n. C. setzte der Verfall ein. Die Erdbeben des 4. Jahrhunderts und der Einfall der Barbaren (damit sind nicht die deutschen Touris gemeint), trugen ihren Teil zur Zerstörung bei. 533, unter Justinians Feldherr Belizar wurde die Stadt in verkleinerter Form wiedererichtet und neu ummauert. Mit der Ernennung von Oea, später Tripolis, zum Machtzentrum (641-643) verlor Leptis Magna seine einstige Bedeutung. Die Ausgrabungen begannen in den 20er Jahren des 20.jahrhunderts, seit 1982 gehört Leptis Magna zum Weltkulturerbe. Leptis Magna war die drittgrößte Stadt des römischen Imperiums und es ist schon gigantisch und ausgesprochen eindrucksvoll, was davon heute noch in einem fantastischen Zustand erhalten geblieben ist.

Nachdem sich die müde Meute unter großen Mühen eine Kaffeepause erbettelt hat, beginnt der Rundgang. Kerstin bleibt verlassen zurück. Wir anderen passieren den Triumphbogen des Septimus Severus und den Cardo Maximus, vorbei an Reliefsteinen und Wegweiser zum Bordell (hervorragend ausgeschildert) und erreichen die hadrianischen Thermen. Fritz und Lutz gehen aufs Steinklo, weil nur für Männer. Dann der Marktplatz, das Nymphäum , das gigantische Severische Forum mit den Medusen(eine guckt blöder als die andere)  und der wundervollen Basilika. Dann das Alte Forum, den Tempel des Flavius, das Hafenbecken und den Rest der Markthalle. Im Amphietheater erregen wir mit unserem perfekten Gesangsübungen den Unmut einiger ruhebedürftiger Damen aus einer anderen deutschen Reisegruppe. Wahrscheinlich Studiosus. Anfangs etwas gewöhnungsbedürftig ist die Sprache des (selbstgefälligen) Führers, doch mit etwas Übung und hoher Konzentration gelingt es den meisten, seinen Ausführungen zu folgen und sich heftig beeindruckt zu zeigen. Zumindest die ersten 2 Stunden. Dann wäre eigentlich ein Päuschen angebracht gewesen, denn die Konzentration lässt nach und Füße und Rücken wollen nicht mehr so recht. Mittagessen war für 14.00 Uhr versprochen, doch es soll noch eine knappe Stunde dauern, bis der Traum (vor allem vom Hinsetzen)wahr werden kann. Vorbei noch an einigen Tempeln und Villen, Mägen hängen in den Kniekehlen,  Beine werden immer schwerer. Letzter Wegweiser zum Puff, dann passieren wir den Triumphbogen und bekommen endlich Gelegenheit zum Verschnaufen. Und unser Mittagessen.

Am Nachmittag besichtigen wir noch das Colosseum und genießen dahinter den Blick aufs Meer. Vor der Arena treffen wir auf eine Herde wilder Bestien (Määäh). und drinnen auf Ulf, den Gladiator.  Dann geht es, geschafft und angefüllt mit Eindrücken, zurück nach Tripolis.

Jeanette wartet bereits, ausgeruht und kampfbereit. Noch ein Pfeifchen im Hotel-Foyer, dabei Satz des Tages von Iris: „Grade ist mir eingefallen, woher ich Rolf und Ruth kenne! Kelly-Family !“ (Recht hat sie ) Kurz aufs Zimmer und dann flugs abgefüttert – Fauxpas – Gesine informiert alle, dass wir früher zu Abend essen können, erreicht dabei aber Jutta und Brigitte nicht, diese fehlen also am Tisch

und sind später angesäuert. Dafür dürfen wir registrieren, dass Frau Kelly-Family ein zweites T-Shirt und eine Jeans besitzt! (Kaum wiederzuerkennen !) Wie gehabt motzen die Schweizer, weil ihnen einen Abend im landestypischen Restaurant versprochen war und Oskar nun extra den Smoking mitgeschleppt hat... (Eigentlich Schade, Oskar im Smoking und Margit im kleinen Schwarzen, das wäre sicher hübsch geworden)

Wir wollen was erleben und ziehen zu acht mit 2 Taxis in die Stadt. Mit im Boot natürlich Gesine, Ute, Peggy und Jeanette, komplettiert wird die Runde durch Iris und Thomas und last but not least den Fritz, der sich heute mal von Ingrid und Rosi weggeschlichen hat.

Erlebnis 1: In Libyen hat Bambi Hörner (und ist eine Gazelle) 2. Die Souks sind bereits geschlossen, also Abschwenken auf eine Einkaufsstraße mit italienischem Flair. 3. Gesine kauft einen BH (heftig kommentiert durch die übrigen Mitstreiter) + wir kommen in den Genuss, beispielhafte Verkaufskultur zu erleben. Auch lernen wir etwas über den Unterschied italienischen Slips und Plautzern aus England.  Wohl durch die nicht zu überhörenden Anfeuerungskommentare und unser Gelächter angelockt, steht plötzlich Mohammed im Laden, was die Runde erfreulich komplettiert. So genießen wir in Insiderbegleitung einen schönen Abendspaziergang und später Capuccino und Gran Bitter ...

12.11.2007 – 14. Tag – Tripolis + Abschied von Libyen

Noch ein Morgenfoto vom Hotelbalkon, Frühstück und dann mit dem Gepäck zum Bus. Wir müssen zusammenrücken, um das Bildungsbürgertum aus der anderen Reisegruppe aufzunehmen. Kerstin, die jetzt einen Banknachbarn hat, wirkt glücklich, die Begeisterung der anderen hält sich in Grenzen. Rolf ist nur durch Aufforderung zu bewegen, die mit seinem Kram belegte Bank freizugeben, damit auch dort jemand sitzen kann.

Wir passieren den Marc-Aurel-Bogen und bewegen uns zu Fuß zu einer abschließenden Stadtbesichtigung. Nach einen kurzen Gang durch die Altstadt, an der Synagoge, einer zum Hotel umgebauten Karawanserei und einer katholischen Kirche vorbei, gelangen wir in die Souks. Da ist nun echt was los. Man weiß gar nicht, wohin man zuerst schauen soll.  Schmuck, Klamotten, Gewürze, erstaunlich die Sauberkeit und Freundlichkeit und angenehme Zurückhaltung der Händler. Nirgends wird man bedrängt oder reingezerrt. Zum Handeln selbst bleibt kaum Zeit, die Angst, man könnte die Gruppe verlieren, hält davon ab. Kinder wollen fotografiert werden, es entstehen lustige Bilder. Eine ältere Frau lässt Ingrid und mich einen Blick in ihr Haus werfen. Wir sehen einen großen Raum mit Galerie, um den herum sich lauter kleine Zimmer gruppieren. Es wirkt gemütlich, mit Polstern und Bildern an der Wand (übrigens nicht Gadafi !) Die Stasis (es sind jetzt 2, vermutlich werden sie geklont) sind ausnahmsweise mal sinnvoll beschäftigt. Sie spüren zurückgebliebene und verirrte Gruppenmitglieder auf und geleiten sie zur Herde zurück.

Der Pechpinsel des Tages ist Gesine. Erst schnappt ihr Familie Raffzahn die letzten Datteln weg, dann fällt die Tüte mit „Prinzessin“ runter. Klirr. Darauf Kommentar Ulf, der gerade zu erläutern versucht, dass sich lose Datteln in der Tasche nicht bewegen „dagegen das bewegt sich heftig ...“ Er selbst bewegt sich auch. Nämlich schleunigst aus Gesines Aktionsfeld (sicher ist sicher). Peggy rettet die Stimmung, indem sie sofort lossprintet und Gesine ein neues Glas schenkt, was erheblich zur Besänftigung beiträgt.

Amüsant: der Verkäufer am Tierstand hat nicht nur in Dresden studiert und in Leipzig Deutsch gelernt, er heißt auch noch Mohammed und ist ein Freund von Mohammed ... nicht, dass die Welt kein Dorf wäre ...

Noch ein letztes Mal Ghadafi fotografiert, dann verabschieden wir uns von Tripolis und fahren in Richtung tunesische Grenze.

Ebenso unkompliziert wie wir reingekommen sind, verlassen wir Libyen wieder.

Noch 130 km bis zum Hotel. Danksagungen an den Fahrer und Mohammed, zuerst von Kerstin,  bescheiden, verhalten und zu leise, als dass es irgendjemand sonst verstehen könnte,  hernach, auf Gruppenwunsch, noch mal deutlich und für jeden verständlich der Dank von Gesine. Der Empfang im Hotel ist, wie erwartet, frostig. Der Begrüßungssaft ist gleich mal alle, der Kofferträger muss erst aktiviert werden, die Anmeldezeremonie gestaltet sich mühselig. Dann ist auch noch Lutz abgängig. Irgendwann findet ihn Mohammed in der Bar, er musste erst sein Überlebensquantum auffüllen. Zu Ulfs großer Freude ist sein Koffer hier auch nach 14 Tagen noch nicht eingetroffen, nun hat er die Hoffnung, ihm zu Hause wieder zu begegnen.

Auf einen Restaurantbesuch verzichten wir lieber. Ulf allerdings sieht das nicht so: „Ich ziehe mir was über mein Ghadafi-T-Shirt und mische mich unter eine Gruppe Italiener. Und dann bescheiße ich dieses Restaurant nach Strich und Faden ...“ (gesagt, getan)

Wir nehmen noch ein paar Bierchen oder das eine bzw. andere Weinchen und frieren im Außenbereich der Bar noch ein wenig vor uns hin. Irgendwann taucht Lutz auf und versucht, es so zu sagen, wie es ist. (Was, war allerdings nicht recht rauszufinden.) Wir verabschieden uns von Jutta und Brigitte, von Iris und Thomas und auch von Lutz, der schnell noch etwas Frust abzulassen versucht, fliehen ins Warme und verteilen uns auf unsere Betten.

13.11.2007 – Abreisetag

Beim Frühstück und danach versuchen wir, Oskar und Margit zu umlaufen, das ist nicht schwer, denn man hört sie (Margit) deutlich. Besonders Gesine ist darum bemüht, da Oskar, mit der Androhung, nach Leipzig kommen zu wollen, um ihre Karte gebeten hatte. (Tja, wenn er seine Frau zu Hause ließe, wäre das kein Thema gewesen. So muss dies allerdings mit aller Kraft verhindert werden.)  

An der Rezeption Abschied von Mohammed, der seine nächste Gruppe übernehmen muss. Die Zeit bis zur Abholung kriegen wir rum mit Spaziergängen, shoppen im Hotelshop, rumhängen am Pool oder genießen ein Bad im Meer, sehr zum Entsetzen der Italiener, die schon beim Zuschauen frieren.

Noch ein letzter Espresso, Abschied von Ulf und Jeanette, natürlich nicht, ohne sie nach Leipzig einzuladen, dann Transfer zum Flughafen. Das Gepäck auf die Waage – Feststellung: es hat zugenommen ... Sieger wird Rosemarie mit  20 kg, gefolgt von Ingrid mit 19 Kg, Ute geht als letzte mit gerade mal 11 Kilo durch.

Ein bisschen shoppen, was trinken, dann müssen wir rennen, weil die Zeit knapp wird.  Ich schaffe es nicht mal mehr, aufs Klo zu gehen. Hinein in den Flieger und ab in die Kälte ... Der im Flugzeug angesagte „Schneesturm über Nürnberg“ löst nicht gerade Jubel aus. In Nürnberg durch den Zoll. Gesine büßt zum 2. Mal eine „Prinzessin“ ein. Ich habe Glück, weil Rosi und Ingrid zwei meiner Gläser zwangsadoptieren. Satz des Tages (Rosemarie): „Wir kommen vom Camping, wir haben nichts.“ Zeit für Bier und Würstchen und Gelegenheit, zu Hause anzurufen.

Flughafen Leipzig/Halle. Ende gut, alle haben überlebt. Nur eine mit Blessur. Gepäck abgefasst und tschüssi bis zum nächsten Mal – dass Peggys Rucksack den Flieger nicht gekriegt hat, können wir zu dem Zeitpunkt allerdings noch nicht wissen ..........

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Informationen zur Datenerhebung, Speicherung und Nutzung finden Sie in der Datenschutzerklärung.

Libyen 2

11.11.2007 – 13. Tag – Leptis Magna

Die Nacht ist kurz, doch frisch geduscht trifft man sich beim Frühstück. Leider wird das friedvolle Schmatzen auch hier durch Margits Stimmchen übertönt.

Im Bus erst mal Abhängen, aber viel bringt das nicht.

Leptis Magna. Zuerst ins Museum, dessen überwältigende Attraktion ein überlebensgroßer Ghadafi darstellt. Naja, ein paar historische Ausgrabungsfunde sind auch drin. Apropos Gaddafi: Ulf trägt heute Kamel. Vorn Kopf, hinten Arsch, wie sich’s gehört.

(Leptis Magna, vermutlich die 1. phönizische Stadt in Tripolitanien, avancierte nach Eroberung durch die Assyrer zum bedeutendsten punischen Emporium Karthagos. 46 v. C. wurde die Stadt von den Cäsar erobert und ab dann romanisiert.

Sie besaß den bedeutendsten Ausfuhrhafen für exotische Güter aus Afrika, vor allem für die Verschiffung von Tieren. Aufwertung erfuhr die Stadt unter Vespasian (Errichtung der Triumphbogens)  und Trajan, ihre Blütezeit allerdings erlebte sie unter Kaiser Septimus Severus (193-211), unter dem die meisten der Bauwerke entstanden, wie das Hafenbecken, die Säulen-Prachtstraße, das Forum und die Basilika. Nach 235 n. C. setzte der Verfall ein. Die Erdbeben des 4. Jahrhunderts und der Einfall der Barbaren (damit sind nicht die deutschen Touris gemeint), trugen ihren Teil zur Zerstörung bei. 533, unter Justinians Feldherr Belizar wurde die Stadt in verkleinerter Form wiedererichtet und neu ummauert. Mit der Ernennung von Oea, später Tripolis, zum Machtzentrum (641-643) verlor Leptis Magna seine einstige Bedeutung. Die Ausgrabungen begannen in den 20er Jahren des 20.jahrhunderts, seit 1982 gehört Leptis Magna zum Weltkulturerbe. Leptis Magna war die drittgrößte Stadt des römischen Imperiums und es ist schon gigantisch und ausgesprochen eindrucksvoll, was davon heute noch in einem fantastischen Zustand erhalten geblieben ist.

Nachdem sich die müde Meute unter großen Mühen eine Kaffeepause erbettelt hat, beginnt der Rundgang. Kerstin bleibt verlassen zurück. Wir anderen passieren den Triumphbogen des Septimus Severus und den Cardo Maximus, vorbei an Reliefsteinen und Wegweiser zum Bordell (hervorragend ausgeschildert) und erreichen die hadrianischen Thermen. Fritz und Lutz gehen aufs Steinklo, weil nur für Männer. Dann der Marktplatz, das Nymphäum , das gigantische Severische Forum mit den Medusen(eine guckt blöder als die andere)  und der wundervollen Basilika. Dann das Alte Forum, den Tempel des Flavius, das Hafenbecken und den Rest der Markthalle. Im Amphietheater erregen wir mit unserem perfekten Gesangsübungen den Unmut einiger ruhebedürftiger Damen aus einer anderen deutschen Reisegruppe. Wahrscheinlich Studiosus. Anfangs etwas gewöhnungsbedürftig ist die Sprache des (selbstgefälligen) Führers, doch mit etwas Übung und hoher Konzentration gelingt es den meisten, seinen Ausführungen zu folgen und sich heftig beeindruckt zu zeigen. Zumindest die ersten 2 Stunden. Dann wäre eigentlich ein Päuschen angebracht gewesen, denn die Konzentration lässt nach und Füße und Rücken wollen nicht mehr so recht. Mittagessen war für 14.00 Uhr versprochen, doch es soll noch eine knappe Stunde dauern, bis der Traum (vor allem vom Hinsetzen)wahr werden kann. Vorbei noch an einigen Tempeln und Villen, Mägen hängen in den Kniekehlen,  Beine werden immer schwerer. Letzter Wegweiser zum Puff, dann passieren wir den Triumphbogen und bekommen endlich Gelegenheit zum Verschnaufen. Und unser Mittagessen.

Am Nachmittag besichtigen wir noch das Colosseum und genießen dahinter den Blick aufs Meer. Vor der Arena treffen wir auf eine Herde wilder Bestien (Määäh). und drinnen auf Ulf, den Gladiator.  Dann geht es, geschafft und angefüllt mit Eindrücken, zurück nach Tripolis.

Jeanette wartet bereits, ausgeruht und kampfbereit. Noch ein Pfeifchen im Hotel-Foyer, dabei Satz des Tages von Iris: „Grade ist mir eingefallen, woher ich Rolf und Ruth kenne! Kelly-Family !“ (Recht hat sie ) Kurz aufs Zimmer und dann flugs abgefüttert – Fauxpas – Gesine informiert alle, dass wir früher zu Abend essen können, erreicht dabei aber Jutta und Brigitte nicht, diese fehlen also am Tisch

und sind später angesäuert. Dafür dürfen wir registrieren, dass Frau Kelly-Family ein zweites T-Shirt und eine Jeans besitzt! (Kaum wiederzuerkennen !) Wie gehabt motzen die Schweizer, weil ihnen einen Abend im landestypischen Restaurant versprochen war und Oskar nun extra den Smoking mitgeschleppt hat... (Eigentlich Schade, Oskar im Smoking und Margit im kleinen Schwarzen, das wäre sicher hübsch geworden)

Wir wollen was erleben und ziehen zu acht mit 2 Taxis in die Stadt. Mit im Boot natürlich Gesine, Ute, Peggy und Jeanette, komplettiert wird die Runde durch Iris und Thomas und last but not least den Fritz, der sich heute mal von Ingrid und Rosi weggeschlichen hat.

Erlebnis 1: In Libyen hat Bambi Hörner (und ist eine Gazelle) 2. Die Souks sind bereits geschlossen, also Abschwenken auf eine Einkaufsstraße mit italienischem Flair. 3. Gesine kauft einen BH (heftig kommentiert durch die übrigen Mitstreiter) + wir kommen in den Genuss, beispielhafte Verkaufskultur zu erleben. Auch lernen wir etwas über den Unterschied italienischen Slips und Plautzern aus England.  Wohl durch die nicht zu überhörenden Anfeuerungskommentare und unser Gelächter angelockt, steht plötzlich Mohammed im Laden, was die Runde erfreulich komplettiert. So genießen wir in Insiderbegleitung einen schönen Abendspaziergang und später Capuccino und Gran Bitter ...

12.11.2007 – 14. Tag – Tripolis + Abschied von Libyen

Noch ein Morgenfoto vom Hotelbalkon, Frühstück und dann mit dem Gepäck zum Bus. Wir müssen zusammenrücken, um das Bildungsbürgertum aus der anderen Reisegruppe aufzunehmen. Kerstin, die jetzt einen Banknachbarn hat, wirkt glücklich, die Begeisterung der anderen hält sich in Grenzen. Rolf ist nur durch Aufforderung zu bewegen, die mit seinem Kram belegte Bank freizugeben, damit auch dort jemand sitzen kann.

Wir passieren den Marc-Aurel-Bogen und bewegen uns zu Fuß zu einer abschließenden Stadtbesichtigung. Nach einen kurzen Gang durch die Altstadt, an der Synagoge, einer zum Hotel umgebauten Karawanserei und einer katholischen Kirche vorbei, gelangen wir in die Souks. Da ist nun echt was los. Man weiß gar nicht, wohin man zuerst schauen soll.  Schmuck, Klamotten, Gewürze, erstaunlich die Sauberkeit und Freundlichkeit und angenehme Zurückhaltung der Händler. Nirgends wird man bedrängt oder reingezerrt. Zum Handeln selbst bleibt kaum Zeit, die Angst, man könnte die Gruppe verlieren, hält davon ab. Kinder wollen fotografiert werden, es entstehen lustige Bilder. Eine ältere Frau lässt Ingrid und mich einen Blick in ihr Haus werfen. Wir sehen einen großen Raum mit Galerie, um den herum sich lauter kleine Zimmer gruppieren. Es wirkt gemütlich, mit Polstern und Bildern an der Wand (übrigens nicht Gadafi !) Die Stasis (es sind jetzt 2, vermutlich werden sie geklont) sind ausnahmsweise mal sinnvoll beschäftigt. Sie spüren zurückgebliebene und verirrte Gruppenmitglieder auf und geleiten sie zur Herde zurück.

Der Pechpinsel des Tages ist Gesine. Erst schnappt ihr Familie Raffzahn die letzten Datteln weg, dann fällt die Tüte mit „Prinzessin“ runter. Klirr. Darauf Kommentar Ulf, der gerade zu erläutern versucht, dass sich lose Datteln in der Tasche nicht bewegen „dagegen das bewegt sich heftig ...“ Er selbst bewegt sich auch. Nämlich schleunigst aus Gesines Aktionsfeld (sicher ist sicher). Peggy rettet die Stimmung, indem sie sofort lossprintet und Gesine ein neues Glas schenkt, was erheblich zur Besänftigung beiträgt.

Amüsant: der Verkäufer am Tierstand hat nicht nur in Dresden studiert und in Leipzig Deutsch gelernt, er heißt auch noch Mohammed und ist ein Freund von Mohammed ... nicht, dass die Welt kein Dorf wäre ...

Noch ein letztes Mal Ghadafi fotografiert, dann verabschieden wir uns von Tripolis und fahren in Richtung tunesische Grenze.

Ebenso unkompliziert wie wir reingekommen sind, verlassen wir Libyen wieder.

Noch 130 km bis zum Hotel. Danksagungen an den Fahrer und Mohammed, zuerst von Kerstin,  bescheiden, verhalten und zu leise, als dass es irgendjemand sonst verstehen könnte,  hernach, auf Gruppenwunsch, noch mal deutlich und für jeden verständlich der Dank von Gesine. Der Empfang im Hotel ist, wie erwartet, frostig. Der Begrüßungssaft ist gleich mal alle, der Kofferträger muss erst aktiviert werden, die Anmeldezeremonie gestaltet sich mühselig. Dann ist auch noch Lutz abgängig. Irgendwann findet ihn Mohammed in der Bar, er musste erst sein Überlebensquantum auffüllen. Zu Ulfs großer Freude ist sein Koffer hier auch nach 14 Tagen noch nicht eingetroffen, nun hat er die Hoffnung, ihm zu Hause wieder zu begegnen.

Auf einen Restaurantbesuch verzichten wir lieber. Ulf allerdings sieht das nicht so: „Ich ziehe mir was über mein Ghadafi-T-Shirt und mische mich unter eine Gruppe Italiener. Und dann bescheiße ich dieses Restaurant nach Strich und Faden ...“ (gesagt, getan)

Wir nehmen noch ein paar Bierchen oder das eine bzw. andere Weinchen und frieren im Außenbereich der Bar noch ein wenig vor uns hin. Irgendwann taucht Lutz auf und versucht, es so zu sagen, wie es ist. (Was, war allerdings nicht recht rauszufinden.) Wir verabschieden uns von Jutta und Brigitte, von Iris und Thomas und auch von Lutz, der schnell noch etwas Frust abzulassen versucht, fliehen ins Warme und verteilen uns auf unsere Betten.

13.11.2007 – Abreisetag

Beim Frühstück und danach versuchen wir, Oskar und Margit zu umlaufen, das ist nicht schwer, denn man hört sie (Margit) deutlich. Besonders Gesine ist darum bemüht, da Oskar, mit der Androhung, nach Leipzig kommen zu wollen, um ihre Karte gebeten hatte. (Tja, wenn er seine Frau zu Hause ließe, wäre das kein Thema gewesen. So muss dies allerdings mit aller Kraft verhindert werden.)  

An der Rezeption Abschied von Mohammed, der seine nächste Gruppe übernehmen muss. Die Zeit bis zur Abholung kriegen wir rum mit Spaziergängen, shoppen im Hotelshop, rumhängen am Pool oder genießen ein Bad im Meer, sehr zum Entsetzen der Italiener, die schon beim Zuschauen frieren.

Noch ein letzter Espresso, Abschied von Ulf und Jeanette, natürlich nicht, ohne sie nach Leipzig einzuladen, dann Transfer zum Flughafen. Das Gepäck auf die Waage – Feststellung: es hat zugenommen ... Sieger wird Rosemarie mit  20 kg, gefolgt von Ingrid mit 19 Kg, Ute geht als letzte mit gerade mal 11 Kilo durch.

Ein bisschen shoppen, was trinken, dann müssen wir rennen, weil die Zeit knapp wird.  Ich schaffe es nicht mal mehr, aufs Klo zu gehen. Hinein in den Flieger und ab in die Kälte ... Der im Flugzeug angesagte „Schneesturm über Nürnberg“ löst nicht gerade Jubel aus. In Nürnberg durch den Zoll. Gesine büßt zum 2. Mal eine „Prinzessin“ ein. Ich habe Glück, weil Rosi und Ingrid zwei meiner Gläser zwangsadoptieren. Satz des Tages (Rosemarie): „Wir kommen vom Camping, wir haben nichts.“ Zeit für Bier und Würstchen und Gelegenheit, zu Hause anzurufen.

Flughafen Leipzig/Halle. Ende gut, alle haben überlebt. Nur eine mit Blessur. Gepäck abgefasst und tschüssi bis zum nächsten Mal – dass Peggys Rucksack den Flieger nicht gekriegt hat, können wir zu dem Zeitpunkt allerdings noch nicht wissen ..........

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Libyen 2

11.11.2007 – 13. Tag – Leptis Magna

Die Nacht ist kurz, doch frisch geduscht trifft man sich beim Frühstück. Leider wird das friedvolle Schmatzen auch hier durch Margits Stimmchen übertönt.

Im Bus erst mal Abhängen, aber viel bringt das nicht.

Leptis Magna. Zuerst ins Museum, dessen überwältigende Attraktion ein überlebensgroßer Ghadafi darstellt. Naja, ein paar historische Ausgrabungsfunde sind auch drin. Apropos Gaddafi: Ulf trägt heute Kamel. Vorn Kopf, hinten Arsch, wie sich’s gehört.

(Leptis Magna, vermutlich die 1. phönizische Stadt in Tripolitanien, avancierte nach Eroberung durch die Assyrer zum bedeutendsten punischen Emporium Karthagos. 46 v. C. wurde die Stadt von den Cäsar erobert und ab dann romanisiert.

Sie besaß den bedeutendsten Ausfuhrhafen für exotische Güter aus Afrika, vor allem für die Verschiffung von Tieren. Aufwertung erfuhr die Stadt unter Vespasian (Errichtung der Triumphbogens)  und Trajan, ihre Blütezeit allerdings erlebte sie unter Kaiser Septimus Severus (193-211), unter dem die meisten der Bauwerke entstanden, wie das Hafenbecken, die Säulen-Prachtstraße, das Forum und die Basilika. Nach 235 n. C. setzte der Verfall ein. Die Erdbeben des 4. Jahrhunderts und der Einfall der Barbaren (damit sind nicht die deutschen Touris gemeint), trugen ihren Teil zur Zerstörung bei. 533, unter Justinians Feldherr Belizar wurde die Stadt in verkleinerter Form wiedererichtet und neu ummauert. Mit der Ernennung von Oea, später Tripolis, zum Machtzentrum (641-643) verlor Leptis Magna seine einstige Bedeutung. Die Ausgrabungen begannen in den 20er Jahren des 20.jahrhunderts, seit 1982 gehört Leptis Magna zum Weltkulturerbe. Leptis Magna war die drittgrößte Stadt des römischen Imperiums und es ist schon gigantisch und ausgesprochen eindrucksvoll, was davon heute noch in einem fantastischen Zustand erhalten geblieben ist.

Nachdem sich die müde Meute unter großen Mühen eine Kaffeepause erbettelt hat, beginnt der Rundgang. Kerstin bleibt verlassen zurück. Wir anderen passieren den Triumphbogen des Septimus Severus und den Cardo Maximus, vorbei an Reliefsteinen und Wegweiser zum Bordell (hervorragend ausgeschildert) und erreichen die hadrianischen Thermen. Fritz und Lutz gehen aufs Steinklo, weil nur für Männer. Dann der Marktplatz, das Nymphäum , das gigantische Severische Forum mit den Medusen(eine guckt blöder als die andere)  und der wundervollen Basilika. Dann das Alte Forum, den Tempel des Flavius, das Hafenbecken und den Rest der Markthalle. Im Amphietheater erregen wir mit unserem perfekten Gesangsübungen den Unmut einiger ruhebedürftiger Damen aus einer anderen deutschen Reisegruppe. Wahrscheinlich Studiosus. Anfangs etwas gewöhnungsbedürftig ist die Sprache des (selbstgefälligen) Führers, doch mit etwas Übung und hoher Konzentration gelingt es den meisten, seinen Ausführungen zu folgen und sich heftig beeindruckt zu zeigen. Zumindest die ersten 2 Stunden. Dann wäre eigentlich ein Päuschen angebracht gewesen, denn die Konzentration lässt nach und Füße und Rücken wollen nicht mehr so recht. Mittagessen war für 14.00 Uhr versprochen, doch es soll noch eine knappe Stunde dauern, bis der Traum (vor allem vom Hinsetzen)wahr werden kann. Vorbei noch an einigen Tempeln und Villen, Mägen hängen in den Kniekehlen,  Beine werden immer schwerer. Letzter Wegweiser zum Puff, dann passieren wir den Triumphbogen und bekommen endlich Gelegenheit zum Verschnaufen. Und unser Mittagessen.

Am Nachmittag besichtigen wir noch das Colosseum und genießen dahinter den Blick aufs Meer. Vor der Arena treffen wir auf eine Herde wilder Bestien (Määäh). und drinnen auf Ulf, den Gladiator.  Dann geht es, geschafft und angefüllt mit Eindrücken, zurück nach Tripolis.

Jeanette wartet bereits, ausgeruht und kampfbereit. Noch ein Pfeifchen im Hotel-Foyer, dabei Satz des Tages von Iris: „Grade ist mir eingefallen, woher ich Rolf und Ruth kenne! Kelly-Family !“ (Recht hat sie ) Kurz aufs Zimmer und dann flugs abgefüttert – Fauxpas – Gesine informiert alle, dass wir früher zu Abend essen können, erreicht dabei aber Jutta und Brigitte nicht, diese fehlen also am Tisch

und sind später angesäuert. Dafür dürfen wir registrieren, dass Frau Kelly-Family ein zweites T-Shirt und eine Jeans besitzt! (Kaum wiederzuerkennen !) Wie gehabt motzen die Schweizer, weil ihnen einen Abend im landestypischen Restaurant versprochen war und Oskar nun extra den Smoking mitgeschleppt hat... (Eigentlich Schade, Oskar im Smoking und Margit im kleinen Schwarzen, das wäre sicher hübsch geworden)

Wir wollen was erleben und ziehen zu acht mit 2 Taxis in die Stadt. Mit im Boot natürlich Gesine, Ute, Peggy und Jeanette, komplettiert wird die Runde durch Iris und Thomas und last but not least den Fritz, der sich heute mal von Ingrid und Rosi weggeschlichen hat.

Erlebnis 1: In Libyen hat Bambi Hörner (und ist eine Gazelle) 2. Die Souks sind bereits geschlossen, also Abschwenken auf eine Einkaufsstraße mit italienischem Flair. 3. Gesine kauft einen BH (heftig kommentiert durch die übrigen Mitstreiter) + wir kommen in den Genuss, beispielhafte Verkaufskultur zu erleben. Auch lernen wir etwas über den Unterschied italienischen Slips und Plautzern aus England.  Wohl durch die nicht zu überhörenden Anfeuerungskommentare und unser Gelächter angelockt, steht plötzlich Mohammed im Laden, was die Runde erfreulich komplettiert. So genießen wir in Insiderbegleitung einen schönen Abendspaziergang und später Capuccino und Gran Bitter ...

12.11.2007 – 14. Tag – Tripolis + Abschied von Libyen

Noch ein Morgenfoto vom Hotelbalkon, Frühstück und dann mit dem Gepäck zum Bus. Wir müssen zusammenrücken, um das Bildungsbürgertum aus der anderen Reisegruppe aufzunehmen. Kerstin, die jetzt einen Banknachbarn hat, wirkt glücklich, die Begeisterung der anderen hält sich in Grenzen. Rolf ist nur durch Aufforderung zu bewegen, die mit seinem Kram belegte Bank freizugeben, damit auch dort jemand sitzen kann.

Wir passieren den Marc-Aurel-Bogen und bewegen uns zu Fuß zu einer abschließenden Stadtbesichtigung. Nach einen kurzen Gang durch die Altstadt, an der Synagoge, einer zum Hotel umgebauten Karawanserei und einer katholischen Kirche vorbei, gelangen wir in die Souks. Da ist nun echt was los. Man weiß gar nicht, wohin man zuerst schauen soll.  Schmuck, Klamotten, Gewürze, erstaunlich die Sauberkeit und Freundlichkeit und angenehme Zurückhaltung der Händler. Nirgends wird man bedrängt oder reingezerrt. Zum Handeln selbst bleibt kaum Zeit, die Angst, man könnte die Gruppe verlieren, hält davon ab. Kinder wollen fotografiert werden, es entstehen lustige Bilder. Eine ältere Frau lässt Ingrid und mich einen Blick in ihr Haus werfen. Wir sehen einen großen Raum mit Galerie, um den herum sich lauter kleine Zimmer gruppieren. Es wirkt gemütlich, mit Polstern und Bildern an der Wand (übrigens nicht Gadafi !) Die Stasis (es sind jetzt 2, vermutlich werden sie geklont) sind ausnahmsweise mal sinnvoll beschäftigt. Sie spüren zurückgebliebene und verirrte Gruppenmitglieder auf und geleiten sie zur Herde zurück.

Der Pechpinsel des Tages ist Gesine. Erst schnappt ihr Familie Raffzahn die letzten Datteln weg, dann fällt die Tüte mit „Prinzessin“ runter. Klirr. Darauf Kommentar Ulf, der gerade zu erläutern versucht, dass sich lose Datteln in der Tasche nicht bewegen „dagegen das bewegt sich heftig ...“ Er selbst bewegt sich auch. Nämlich schleunigst aus Gesines Aktionsfeld (sicher ist sicher). Peggy rettet die Stimmung, indem sie sofort lossprintet und Gesine ein neues Glas schenkt, was erheblich zur Besänftigung beiträgt.

Amüsant: der Verkäufer am Tierstand hat nicht nur in Dresden studiert und in Leipzig Deutsch gelernt, er heißt auch noch Mohammed und ist ein Freund von Mohammed ... nicht, dass die Welt kein Dorf wäre ...

Noch ein letztes Mal Ghadafi fotografiert, dann verabschieden wir uns von Tripolis und fahren in Richtung tunesische Grenze.

Ebenso unkompliziert wie wir reingekommen sind, verlassen wir Libyen wieder.

Noch 130 km bis zum Hotel. Danksagungen an den Fahrer und Mohammed, zuerst von Kerstin,  bescheiden, verhalten und zu leise, als dass es irgendjemand sonst verstehen könnte,  hernach, auf Gruppenwunsch, noch mal deutlich und für jeden verständlich der Dank von Gesine. Der Empfang im Hotel ist, wie erwartet, frostig. Der Begrüßungssaft ist gleich mal alle, der Kofferträger muss erst aktiviert werden, die Anmeldezeremonie gestaltet sich mühselig. Dann ist auch noch Lutz abgängig. Irgendwann findet ihn Mohammed in der Bar, er musste erst sein Überlebensquantum auffüllen. Zu Ulfs großer Freude ist sein Koffer hier auch nach 14 Tagen noch nicht eingetroffen, nun hat er die Hoffnung, ihm zu Hause wieder zu begegnen.

Auf einen Restaurantbesuch verzichten wir lieber. Ulf allerdings sieht das nicht so: „Ich ziehe mir was über mein Ghadafi-T-Shirt und mische mich unter eine Gruppe Italiener. Und dann bescheiße ich dieses Restaurant nach Strich und Faden ...“ (gesagt, getan)

Wir nehmen noch ein paar Bierchen oder das eine bzw. andere Weinchen und frieren im Außenbereich der Bar noch ein wenig vor uns hin. Irgendwann taucht Lutz auf und versucht, es so zu sagen, wie es ist. (Was, war allerdings nicht recht rauszufinden.) Wir verabschieden uns von Jutta und Brigitte, von Iris und Thomas und auch von Lutz, der schnell noch etwas Frust abzulassen versucht, fliehen ins Warme und verteilen uns auf unsere Betten.

13.11.2007 – Abreisetag

Beim Frühstück und danach versuchen wir, Oskar und Margit zu umlaufen, das ist nicht schwer, denn man hört sie (Margit) deutlich. Besonders Gesine ist darum bemüht, da Oskar, mit der Androhung, nach Leipzig kommen zu wollen, um ihre Karte gebeten hatte. (Tja, wenn er seine Frau zu Hause ließe, wäre das kein Thema gewesen. So muss dies allerdings mit aller Kraft verhindert werden.)  

An der Rezeption Abschied von Mohammed, der seine nächste Gruppe übernehmen muss. Die Zeit bis zur Abholung kriegen wir rum mit Spaziergängen, shoppen im Hotelshop, rumhängen am Pool oder genießen ein Bad im Meer, sehr zum Entsetzen der Italiener, die schon beim Zuschauen frieren.

Noch ein letzter Espresso, Abschied von Ulf und Jeanette, natürlich nicht, ohne sie nach Leipzig einzuladen, dann Transfer zum Flughafen. Das Gepäck auf die Waage – Feststellung: es hat zugenommen ... Sieger wird Rosemarie mit  20 kg, gefolgt von Ingrid mit 19 Kg, Ute geht als letzte mit gerade mal 11 Kilo durch.

Ein bisschen shoppen, was trinken, dann müssen wir rennen, weil die Zeit knapp wird.  Ich schaffe es nicht mal mehr, aufs Klo zu gehen. Hinein in den Flieger und ab in die Kälte ... Der im Flugzeug angesagte „Schneesturm über Nürnberg“ löst nicht gerade Jubel aus. In Nürnberg durch den Zoll. Gesine büßt zum 2. Mal eine „Prinzessin“ ein. Ich habe Glück, weil Rosi und Ingrid zwei meiner Gläser zwangsadoptieren. Satz des Tages (Rosemarie): „Wir kommen vom Camping, wir haben nichts.“ Zeit für Bier und Würstchen und Gelegenheit, zu Hause anzurufen.

Flughafen Leipzig/Halle. Ende gut, alle haben überlebt. Nur eine mit Blessur. Gepäck abgefasst und tschüssi bis zum nächsten Mal – dass Peggys Rucksack den Flieger nicht gekriegt hat, können wir zu dem Zeitpunkt allerdings noch nicht wissen ..........

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11.11.2007 – 13. Tag – Leptis Magna

Die Nacht ist kurz, doch frisch geduscht trifft man sich beim Frühstück. Leider wird das friedvolle Schmatzen auch hier durch Margits Stimmchen übertönt.

Im Bus erst mal Abhängen, aber viel bringt das nicht.

Leptis Magna. Zuerst ins Museum, dessen überwältigende Attraktion ein überlebensgroßer Ghadafi darstellt. Naja, ein paar historische Ausgrabungsfunde sind auch drin. Apropos Gaddafi: Ulf trägt heute Kamel. Vorn Kopf, hinten Arsch, wie sich’s gehört.

(Leptis Magna, vermutlich die 1. phönizische Stadt in Tripolitanien, avancierte nach Eroberung durch die Assyrer zum bedeutendsten punischen Emporium Karthagos. 46 v. C. wurde die Stadt von den Cäsar erobert und ab dann romanisiert.

Sie besaß den bedeutendsten Ausfuhrhafen für exotische Güter aus Afrika, vor allem für die Verschiffung von Tieren. Aufwertung erfuhr die Stadt unter Vespasian (Errichtung der Triumphbogens)  und Trajan, ihre Blütezeit allerdings erlebte sie unter Kaiser Septimus Severus (193-211), unter dem die meisten der Bauwerke entstanden, wie das Hafenbecken, die Säulen-Prachtstraße, das Forum und die Basilika. Nach 235 n. C. setzte der Verfall ein. Die Erdbeben des 4. Jahrhunderts und der Einfall der Barbaren (damit sind nicht die deutschen Touris gemeint), trugen ihren Teil zur Zerstörung bei. 533, unter Justinians Feldherr Belizar wurde die Stadt in verkleinerter Form wiedererichtet und neu ummauert. Mit der Ernennung von Oea, später Tripolis, zum Machtzentrum (641-643) verlor Leptis Magna seine einstige Bedeutung. Die Ausgrabungen begannen in den 20er Jahren des 20.jahrhunderts, seit 1982 gehört Leptis Magna zum Weltkulturerbe. Leptis Magna war die drittgrößte Stadt des römischen Imperiums und es ist schon gigantisch und ausgesprochen eindrucksvoll, was davon heute noch in einem fantastischen Zustand erhalten geblieben ist.

Nachdem sich die müde Meute unter großen Mühen eine Kaffeepause erbettelt hat, beginnt der Rundgang. Kerstin bleibt verlassen zurück. Wir anderen passieren den Triumphbogen des Septimus Severus und den Cardo Maximus, vorbei an Reliefsteinen und Wegweiser zum Bordell (hervorragend ausgeschildert) und erreichen die hadrianischen Thermen. Fritz und Lutz gehen aufs Steinklo, weil nur für Männer. Dann der Marktplatz, das Nymphäum , das gigantische Severische Forum mit den Medusen(eine guckt blöder als die andere)  und der wundervollen Basilika. Dann das Alte Forum, den Tempel des Flavius, das Hafenbecken und den Rest der Markthalle. Im Amphietheater erregen wir mit unserem perfekten Gesangsübungen den Unmut einiger ruhebedürftiger Damen aus einer anderen deutschen Reisegruppe. Wahrscheinlich Studiosus. Anfangs etwas gewöhnungsbedürftig ist die Sprache des (selbstgefälligen) Führers, doch mit etwas Übung und hoher Konzentration gelingt es den meisten, seinen Ausführungen zu folgen und sich heftig beeindruckt zu zeigen. Zumindest die ersten 2 Stunden. Dann wäre eigentlich ein Päuschen angebracht gewesen, denn die Konzentration lässt nach und Füße und Rücken wollen nicht mehr so recht. Mittagessen war für 14.00 Uhr versprochen, doch es soll noch eine knappe Stunde dauern, bis der Traum (vor allem vom Hinsetzen)wahr werden kann. Vorbei noch an einigen Tempeln und Villen, Mägen hängen in den Kniekehlen,  Beine werden immer schwerer. Letzter Wegweiser zum Puff, dann passieren wir den Triumphbogen und bekommen endlich Gelegenheit zum Verschnaufen. Und unser Mittagessen.

Am Nachmittag besichtigen wir noch das Colosseum und genießen dahinter den Blick aufs Meer. Vor der Arena treffen wir auf eine Herde wilder Bestien (Määäh). und drinnen auf Ulf, den Gladiator.  Dann geht es, geschafft und angefüllt mit Eindrücken, zurück nach Tripolis.

Jeanette wartet bereits, ausgeruht und kampfbereit. Noch ein Pfeifchen im Hotel-Foyer, dabei Satz des Tages von Iris: „Grade ist mir eingefallen, woher ich Rolf und Ruth kenne! Kelly-Family !“ (Recht hat sie ) Kurz aufs Zimmer und dann flugs abgefüttert – Fauxpas – Gesine informiert alle, dass wir früher zu Abend essen können, erreicht dabei aber Jutta und Brigitte nicht, diese fehlen also am Tisch

und sind später angesäuert. Dafür dürfen wir registrieren, dass Frau Kelly-Family ein zweites T-Shirt und eine Jeans besitzt! (Kaum wiederzuerkennen !) Wie gehabt motzen die Schweizer, weil ihnen einen Abend im landestypischen Restaurant versprochen war und Oskar nun extra den Smoking mitgeschleppt hat... (Eigentlich Schade, Oskar im Smoking und Margit im kleinen Schwarzen, das wäre sicher hübsch geworden)

Wir wollen was erleben und ziehen zu acht mit 2 Taxis in die Stadt. Mit im Boot natürlich Gesine, Ute, Peggy und Jeanette, komplettiert wird die Runde durch Iris und Thomas und last but not least den Fritz, der sich heute mal von Ingrid und Rosi weggeschlichen hat.

Erlebnis 1: In Libyen hat Bambi Hörner (und ist eine Gazelle) 2. Die Souks sind bereits geschlossen, also Abschwenken auf eine Einkaufsstraße mit italienischem Flair. 3. Gesine kauft einen BH (heftig kommentiert durch die übrigen Mitstreiter) + wir kommen in den Genuss, beispielhafte Verkaufskultur zu erleben. Auch lernen wir etwas über den Unterschied italienischen Slips und Plautzern aus England.  Wohl durch die nicht zu überhörenden Anfeuerungskommentare und unser Gelächter angelockt, steht plötzlich Mohammed im Laden, was die Runde erfreulich komplettiert. So genießen wir in Insiderbegleitung einen schönen Abendspaziergang und später Capuccino und Gran Bitter ...

12.11.2007 – 14. Tag – Tripolis + Abschied von Libyen

Noch ein Morgenfoto vom Hotelbalkon, Frühstück und dann mit dem Gepäck zum Bus. Wir müssen zusammenrücken, um das Bildungsbürgertum aus der anderen Reisegruppe aufzunehmen. Kerstin, die jetzt einen Banknachbarn hat, wirkt glücklich, die Begeisterung der anderen hält sich in Grenzen. Rolf ist nur durch Aufforderung zu bewegen, die mit seinem Kram belegte Bank freizugeben, damit auch dort jemand sitzen kann.

Wir passieren den Marc-Aurel-Bogen und bewegen uns zu Fuß zu einer abschließenden Stadtbesichtigung. Nach einen kurzen Gang durch die Altstadt, an der Synagoge, einer zum Hotel umgebauten Karawanserei und einer katholischen Kirche vorbei, gelangen wir in die Souks. Da ist nun echt was los. Man weiß gar nicht, wohin man zuerst schauen soll.  Schmuck, Klamotten, Gewürze, erstaunlich die Sauberkeit und Freundlichkeit und angenehme Zurückhaltung der Händler. Nirgends wird man bedrängt oder reingezerrt. Zum Handeln selbst bleibt kaum Zeit, die Angst, man könnte die Gruppe verlieren, hält davon ab. Kinder wollen fotografiert werden, es entstehen lustige Bilder. Eine ältere Frau lässt Ingrid und mich einen Blick in ihr Haus werfen. Wir sehen einen großen Raum mit Galerie, um den herum sich lauter kleine Zimmer gruppieren. Es wirkt gemütlich, mit Polstern und Bildern an der Wand (übrigens nicht Gadafi !) Die Stasis (es sind jetzt 2, vermutlich werden sie geklont) sind ausnahmsweise mal sinnvoll beschäftigt. Sie spüren zurückgebliebene und verirrte Gruppenmitglieder auf und geleiten sie zur Herde zurück.

Der Pechpinsel des Tages ist Gesine. Erst schnappt ihr Familie Raffzahn die letzten Datteln weg, dann fällt die Tüte mit „Prinzessin“ runter. Klirr. Darauf Kommentar Ulf, der gerade zu erläutern versucht, dass sich lose Datteln in der Tasche nicht bewegen „dagegen das bewegt sich heftig ...“ Er selbst bewegt sich auch. Nämlich schleunigst aus Gesines Aktionsfeld (sicher ist sicher). Peggy rettet die Stimmung, indem sie sofort lossprintet und Gesine ein neues Glas schenkt, was erheblich zur Besänftigung beiträgt.

Amüsant: der Verkäufer am Tierstand hat nicht nur in Dresden studiert und in Leipzig Deutsch gelernt, er heißt auch noch Mohammed und ist ein Freund von Mohammed ... nicht, dass die Welt kein Dorf wäre ...

Noch ein letztes Mal Ghadafi fotografiert, dann verabschieden wir uns von Tripolis und fahren in Richtung tunesische Grenze.

Ebenso unkompliziert wie wir reingekommen sind, verlassen wir Libyen wieder.

Noch 130 km bis zum Hotel. Danksagungen an den Fahrer und Mohammed, zuerst von Kerstin,  bescheiden, verhalten und zu leise, als dass es irgendjemand sonst verstehen könnte,  hernach, auf Gruppenwunsch, noch mal deutlich und für jeden verständlich der Dank von Gesine. Der Empfang im Hotel ist, wie erwartet, frostig. Der Begrüßungssaft ist gleich mal alle, der Kofferträger muss erst aktiviert werden, die Anmeldezeremonie gestaltet sich mühselig. Dann ist auch noch Lutz abgängig. Irgendwann findet ihn Mohammed in der Bar, er musste erst sein Überlebensquantum auffüllen. Zu Ulfs großer Freude ist sein Koffer hier auch nach 14 Tagen noch nicht eingetroffen, nun hat er die Hoffnung, ihm zu Hause wieder zu begegnen.

Auf einen Restaurantbesuch verzichten wir lieber. Ulf allerdings sieht das nicht so: „Ich ziehe mir was über mein Ghadafi-T-Shirt und mische mich unter eine Gruppe Italiener. Und dann bescheiße ich dieses Restaurant nach Strich und Faden ...“ (gesagt, getan)

Wir nehmen noch ein paar Bierchen oder das eine bzw. andere Weinchen und frieren im Außenbereich der Bar noch ein wenig vor uns hin. Irgendwann taucht Lutz auf und versucht, es so zu sagen, wie es ist. (Was, war allerdings nicht recht rauszufinden.) Wir verabschieden uns von Jutta und Brigitte, von Iris und Thomas und auch von Lutz, der schnell noch etwas Frust abzulassen versucht, fliehen ins Warme und verteilen uns auf unsere Betten.

13.11.2007 – Abreisetag

Beim Frühstück und danach versuchen wir, Oskar und Margit zu umlaufen, das ist nicht schwer, denn man hört sie (Margit) deutlich. Besonders Gesine ist darum bemüht, da Oskar, mit der Androhung, nach Leipzig kommen zu wollen, um ihre Karte gebeten hatte. (Tja, wenn er seine Frau zu Hause ließe, wäre das kein Thema gewesen. So muss dies allerdings mit aller Kraft verhindert werden.)  

An der Rezeption Abschied von Mohammed, der seine nächste Gruppe übernehmen muss. Die Zeit bis zur Abholung kriegen wir rum mit Spaziergängen, shoppen im Hotelshop, rumhängen am Pool oder genießen ein Bad im Meer, sehr zum Entsetzen der Italiener, die schon beim Zuschauen frieren.

Noch ein letzter Espresso, Abschied von Ulf und Jeanette, natürlich nicht, ohne sie nach Leipzig einzuladen, dann Transfer zum Flughafen. Das Gepäck auf die Waage – Feststellung: es hat zugenommen ... Sieger wird Rosemarie mit  20 kg, gefolgt von Ingrid mit 19 Kg, Ute geht als letzte mit gerade mal 11 Kilo durch.

Ein bisschen shoppen, was trinken, dann müssen wir rennen, weil die Zeit knapp wird.  Ich schaffe es nicht mal mehr, aufs Klo zu gehen. Hinein in den Flieger und ab in die Kälte ... Der im Flugzeug angesagte „Schneesturm über Nürnberg“ löst nicht gerade Jubel aus. In Nürnberg durch den Zoll. Gesine büßt zum 2. Mal eine „Prinzessin“ ein. Ich habe Glück, weil Rosi und Ingrid zwei meiner Gläser zwangsadoptieren. Satz des Tages (Rosemarie): „Wir kommen vom Camping, wir haben nichts.“ Zeit für Bier und Würstchen und Gelegenheit, zu Hause anzurufen.

Flughafen Leipzig/Halle. Ende gut, alle haben überlebt. Nur eine mit Blessur. Gepäck abgefasst und tschüssi bis zum nächsten Mal – dass Peggys Rucksack den Flieger nicht gekriegt hat, können wir zu dem Zeitpunkt allerdings noch nicht wissen ..........

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Libyen 2

11.11.2007 – 13. Tag – Leptis Magna

Die Nacht ist kurz, doch frisch geduscht trifft man sich beim Frühstück. Leider wird das friedvolle Schmatzen auch hier durch Margits Stimmchen übertönt.

Im Bus erst mal Abhängen, aber viel bringt das nicht.

Leptis Magna. Zuerst ins Museum, dessen überwältigende Attraktion ein überlebensgroßer Ghadafi darstellt. Naja, ein paar historische Ausgrabungsfunde sind auch drin. Apropos Gaddafi: Ulf trägt heute Kamel. Vorn Kopf, hinten Arsch, wie sich’s gehört.

(Leptis Magna, vermutlich die 1. phönizische Stadt in Tripolitanien, avancierte nach Eroberung durch die Assyrer zum bedeutendsten punischen Emporium Karthagos. 46 v. C. wurde die Stadt von den Cäsar erobert und ab dann romanisiert.

Sie besaß den bedeutendsten Ausfuhrhafen für exotische Güter aus Afrika, vor allem für die Verschiffung von Tieren. Aufwertung erfuhr die Stadt unter Vespasian (Errichtung der Triumphbogens)  und Trajan, ihre Blütezeit allerdings erlebte sie unter Kaiser Septimus Severus (193-211), unter dem die meisten der Bauwerke entstanden, wie das Hafenbecken, die Säulen-Prachtstraße, das Forum und die Basilika. Nach 235 n. C. setzte der Verfall ein. Die Erdbeben des 4. Jahrhunderts und der Einfall der Barbaren (damit sind nicht die deutschen Touris gemeint), trugen ihren Teil zur Zerstörung bei. 533, unter Justinians Feldherr Belizar wurde die Stadt in verkleinerter Form wiedererichtet und neu ummauert. Mit der Ernennung von Oea, später Tripolis, zum Machtzentrum (641-643) verlor Leptis Magna seine einstige Bedeutung. Die Ausgrabungen begannen in den 20er Jahren des 20.jahrhunderts, seit 1982 gehört Leptis Magna zum Weltkulturerbe. Leptis Magna war die drittgrößte Stadt des römischen Imperiums und es ist schon gigantisch und ausgesprochen eindrucksvoll, was davon heute noch in einem fantastischen Zustand erhalten geblieben ist.

Nachdem sich die müde Meute unter großen Mühen eine Kaffeepause erbettelt hat, beginnt der Rundgang. Kerstin bleibt verlassen zurück. Wir anderen passieren den Triumphbogen des Septimus Severus und den Cardo Maximus, vorbei an Reliefsteinen und Wegweiser zum Bordell (hervorragend ausgeschildert) und erreichen die hadrianischen Thermen. Fritz und Lutz gehen aufs Steinklo, weil nur für Männer. Dann der Marktplatz, das Nymphäum , das gigantische Severische Forum mit den Medusen(eine guckt blöder als die andere)  und der wundervollen Basilika. Dann das Alte Forum, den Tempel des Flavius, das Hafenbecken und den Rest der Markthalle. Im Amphietheater erregen wir mit unserem perfekten Gesangsübungen den Unmut einiger ruhebedürftiger Damen aus einer anderen deutschen Reisegruppe. Wahrscheinlich Studiosus. Anfangs etwas gewöhnungsbedürftig ist die Sprache des (selbstgefälligen) Führers, doch mit etwas Übung und hoher Konzentration gelingt es den meisten, seinen Ausführungen zu folgen und sich heftig beeindruckt zu zeigen. Zumindest die ersten 2 Stunden. Dann wäre eigentlich ein Päuschen angebracht gewesen, denn die Konzentration lässt nach und Füße und Rücken wollen nicht mehr so recht. Mittagessen war für 14.00 Uhr versprochen, doch es soll noch eine knappe Stunde dauern, bis der Traum (vor allem vom Hinsetzen)wahr werden kann. Vorbei noch an einigen Tempeln und Villen, Mägen hängen in den Kniekehlen,  Beine werden immer schwerer. Letzter Wegweiser zum Puff, dann passieren wir den Triumphbogen und bekommen endlich Gelegenheit zum Verschnaufen. Und unser Mittagessen.

Am Nachmittag besichtigen wir noch das Colosseum und genießen dahinter den Blick aufs Meer. Vor der Arena treffen wir auf eine Herde wilder Bestien (Määäh). und drinnen auf Ulf, den Gladiator.  Dann geht es, geschafft und angefüllt mit Eindrücken, zurück nach Tripolis.

Jeanette wartet bereits, ausgeruht und kampfbereit. Noch ein Pfeifchen im Hotel-Foyer, dabei Satz des Tages von Iris: „Grade ist mir eingefallen, woher ich Rolf und Ruth kenne! Kelly-Family !“ (Recht hat sie ) Kurz aufs Zimmer und dann flugs abgefüttert – Fauxpas – Gesine informiert alle, dass wir früher zu Abend essen können, erreicht dabei aber Jutta und Brigitte nicht, diese fehlen also am Tisch

und sind später angesäuert. Dafür dürfen wir registrieren, dass Frau Kelly-Family ein zweites T-Shirt und eine Jeans besitzt! (Kaum wiederzuerkennen !) Wie gehabt motzen die Schweizer, weil ihnen einen Abend im landestypischen Restaurant versprochen war und Oskar nun extra den Smoking mitgeschleppt hat... (Eigentlich Schade, Oskar im Smoking und Margit im kleinen Schwarzen, das wäre sicher hübsch geworden)

Wir wollen was erleben und ziehen zu acht mit 2 Taxis in die Stadt. Mit im Boot natürlich Gesine, Ute, Peggy und Jeanette, komplettiert wird die Runde durch Iris und Thomas und last but not least den Fritz, der sich heute mal von Ingrid und Rosi weggeschlichen hat.

Erlebnis 1: In Libyen hat Bambi Hörner (und ist eine Gazelle) 2. Die Souks sind bereits geschlossen, also Abschwenken auf eine Einkaufsstraße mit italienischem Flair. 3. Gesine kauft einen BH (heftig kommentiert durch die übrigen Mitstreiter) + wir kommen in den Genuss, beispielhafte Verkaufskultur zu erleben. Auch lernen wir etwas über den Unterschied italienischen Slips und Plautzern aus England.  Wohl durch die nicht zu überhörenden Anfeuerungskommentare und unser Gelächter angelockt, steht plötzlich Mohammed im Laden, was die Runde erfreulich komplettiert. So genießen wir in Insiderbegleitung einen schönen Abendspaziergang und später Capuccino und Gran Bitter ...

12.11.2007 – 14. Tag – Tripolis + Abschied von Libyen

Noch ein Morgenfoto vom Hotelbalkon, Frühstück und dann mit dem Gepäck zum Bus. Wir müssen zusammenrücken, um das Bildungsbürgertum aus der anderen Reisegruppe aufzunehmen. Kerstin, die jetzt einen Banknachbarn hat, wirkt glücklich, die Begeisterung der anderen hält sich in Grenzen. Rolf ist nur durch Aufforderung zu bewegen, die mit seinem Kram belegte Bank freizugeben, damit auch dort jemand sitzen kann.

Wir passieren den Marc-Aurel-Bogen und bewegen uns zu Fuß zu einer abschließenden Stadtbesichtigung. Nach einen kurzen Gang durch die Altstadt, an der Synagoge, einer zum Hotel umgebauten Karawanserei und einer katholischen Kirche vorbei, gelangen wir in die Souks. Da ist nun echt was los. Man weiß gar nicht, wohin man zuerst schauen soll.  Schmuck, Klamotten, Gewürze, erstaunlich die Sauberkeit und Freundlichkeit und angenehme Zurückhaltung der Händler. Nirgends wird man bedrängt oder reingezerrt. Zum Handeln selbst bleibt kaum Zeit, die Angst, man könnte die Gruppe verlieren, hält davon ab. Kinder wollen fotografiert werden, es entstehen lustige Bilder. Eine ältere Frau lässt Ingrid und mich einen Blick in ihr Haus werfen. Wir sehen einen großen Raum mit Galerie, um den herum sich lauter kleine Zimmer gruppieren. Es wirkt gemütlich, mit Polstern und Bildern an der Wand (übrigens nicht Gadafi !) Die Stasis (es sind jetzt 2, vermutlich werden sie geklont) sind ausnahmsweise mal sinnvoll beschäftigt. Sie spüren zurückgebliebene und verirrte Gruppenmitglieder auf und geleiten sie zur Herde zurück.

Der Pechpinsel des Tages ist Gesine. Erst schnappt ihr Familie Raffzahn die letzten Datteln weg, dann fällt die Tüte mit „Prinzessin“ runter. Klirr. Darauf Kommentar Ulf, der gerade zu erläutern versucht, dass sich lose Datteln in der Tasche nicht bewegen „dagegen das bewegt sich heftig ...“ Er selbst bewegt sich auch. Nämlich schleunigst aus Gesines Aktionsfeld (sicher ist sicher). Peggy rettet die Stimmung, indem sie sofort lossprintet und Gesine ein neues Glas schenkt, was erheblich zur Besänftigung beiträgt.

Amüsant: der Verkäufer am Tierstand hat nicht nur in Dresden studiert und in Leipzig Deutsch gelernt, er heißt auch noch Mohammed und ist ein Freund von Mohammed ... nicht, dass die Welt kein Dorf wäre ...

Noch ein letztes Mal Ghadafi fotografiert, dann verabschieden wir uns von Tripolis und fahren in Richtung tunesische Grenze.

Ebenso unkompliziert wie wir reingekommen sind, verlassen wir Libyen wieder.

Noch 130 km bis zum Hotel. Danksagungen an den Fahrer und Mohammed, zuerst von Kerstin,  bescheiden, verhalten und zu leise, als dass es irgendjemand sonst verstehen könnte,  hernach, auf Gruppenwunsch, noch mal deutlich und für jeden verständlich der Dank von Gesine. Der Empfang im Hotel ist, wie erwartet, frostig. Der Begrüßungssaft ist gleich mal alle, der Kofferträger muss erst aktiviert werden, die Anmeldezeremonie gestaltet sich mühselig. Dann ist auch noch Lutz abgängig. Irgendwann findet ihn Mohammed in der Bar, er musste erst sein Überlebensquantum auffüllen. Zu Ulfs großer Freude ist sein Koffer hier auch nach 14 Tagen noch nicht eingetroffen, nun hat er die Hoffnung, ihm zu Hause wieder zu begegnen.

Auf einen Restaurantbesuch verzichten wir lieber. Ulf allerdings sieht das nicht so: „Ich ziehe mir was über mein Ghadafi-T-Shirt und mische mich unter eine Gruppe Italiener. Und dann bescheiße ich dieses Restaurant nach Strich und Faden ...“ (gesagt, getan)

Wir nehmen noch ein paar Bierchen oder das eine bzw. andere Weinchen und frieren im Außenbereich der Bar noch ein wenig vor uns hin. Irgendwann taucht Lutz auf und versucht, es so zu sagen, wie es ist. (Was, war allerdings nicht recht rauszufinden.) Wir verabschieden uns von Jutta und Brigitte, von Iris und Thomas und auch von Lutz, der schnell noch etwas Frust abzulassen versucht, fliehen ins Warme und verteilen uns auf unsere Betten.

13.11.2007 – Abreisetag

Beim Frühstück und danach versuchen wir, Oskar und Margit zu umlaufen, das ist nicht schwer, denn man hört sie (Margit) deutlich. Besonders Gesine ist darum bemüht, da Oskar, mit der Androhung, nach Leipzig kommen zu wollen, um ihre Karte gebeten hatte. (Tja, wenn er seine Frau zu Hause ließe, wäre das kein Thema gewesen. So muss dies allerdings mit aller Kraft verhindert werden.)  

An der Rezeption Abschied von Mohammed, der seine nächste Gruppe übernehmen muss. Die Zeit bis zur Abholung kriegen wir rum mit Spaziergängen, shoppen im Hotelshop, rumhängen am Pool oder genießen ein Bad im Meer, sehr zum Entsetzen der Italiener, die schon beim Zuschauen frieren.

Noch ein letzter Espresso, Abschied von Ulf und Jeanette, natürlich nicht, ohne sie nach Leipzig einzuladen, dann Transfer zum Flughafen. Das Gepäck auf die Waage – Feststellung: es hat zugenommen ... Sieger wird Rosemarie mit  20 kg, gefolgt von Ingrid mit 19 Kg, Ute geht als letzte mit gerade mal 11 Kilo durch.

Ein bisschen shoppen, was trinken, dann müssen wir rennen, weil die Zeit knapp wird.  Ich schaffe es nicht mal mehr, aufs Klo zu gehen. Hinein in den Flieger und ab in die Kälte ... Der im Flugzeug angesagte „Schneesturm über Nürnberg“ löst nicht gerade Jubel aus. In Nürnberg durch den Zoll. Gesine büßt zum 2. Mal eine „Prinzessin“ ein. Ich habe Glück, weil Rosi und Ingrid zwei meiner Gläser zwangsadoptieren. Satz des Tages (Rosemarie): „Wir kommen vom Camping, wir haben nichts.“ Zeit für Bier und Würstchen und Gelegenheit, zu Hause anzurufen.

Flughafen Leipzig/Halle. Ende gut, alle haben überlebt. Nur eine mit Blessur. Gepäck abgefasst und tschüssi bis zum nächsten Mal – dass Peggys Rucksack den Flieger nicht gekriegt hat, können wir zu dem Zeitpunkt allerdings noch nicht wissen ..........

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Libyen 2

11.11.2007 – 13. Tag – Leptis Magna

Die Nacht ist kurz, doch frisch geduscht trifft man sich beim Frühstück. Leider wird das friedvolle Schmatzen auch hier durch Margits Stimmchen übertönt.

Im Bus erst mal Abhängen, aber viel bringt das nicht.

Leptis Magna. Zuerst ins Museum, dessen überwältigende Attraktion ein überlebensgroßer Ghadafi darstellt. Naja, ein paar historische Ausgrabungsfunde sind auch drin. Apropos Gaddafi: Ulf trägt heute Kamel. Vorn Kopf, hinten Arsch, wie sich’s gehört.

(Leptis Magna, vermutlich die 1. phönizische Stadt in Tripolitanien, avancierte nach Eroberung durch die Assyrer zum bedeutendsten punischen Emporium Karthagos. 46 v. C. wurde die Stadt von den Cäsar erobert und ab dann romanisiert.

Sie besaß den bedeutendsten Ausfuhrhafen für exotische Güter aus Afrika, vor allem für die Verschiffung von Tieren. Aufwertung erfuhr die Stadt unter Vespasian (Errichtung der Triumphbogens)  und Trajan, ihre Blütezeit allerdings erlebte sie unter Kaiser Septimus Severus (193-211), unter dem die meisten der Bauwerke entstanden, wie das Hafenbecken, die Säulen-Prachtstraße, das Forum und die Basilika. Nach 235 n. C. setzte der Verfall ein. Die Erdbeben des 4. Jahrhunderts und der Einfall der Barbaren (damit sind nicht die deutschen Touris gemeint), trugen ihren Teil zur Zerstörung bei. 533, unter Justinians Feldherr Belizar wurde die Stadt in verkleinerter Form wiedererichtet und neu ummauert. Mit der Ernennung von Oea, später Tripolis, zum Machtzentrum (641-643) verlor Leptis Magna seine einstige Bedeutung. Die Ausgrabungen begannen in den 20er Jahren des 20.jahrhunderts, seit 1982 gehört Leptis Magna zum Weltkulturerbe. Leptis Magna war die drittgrößte Stadt des römischen Imperiums und es ist schon gigantisch und ausgesprochen eindrucksvoll, was davon heute noch in einem fantastischen Zustand erhalten geblieben ist.

Nachdem sich die müde Meute unter großen Mühen eine Kaffeepause erbettelt hat, beginnt der Rundgang. Kerstin bleibt verlassen zurück. Wir anderen passieren den Triumphbogen des Septimus Severus und den Cardo Maximus, vorbei an Reliefsteinen und Wegweiser zum Bordell (hervorragend ausgeschildert) und erreichen die hadrianischen Thermen. Fritz und Lutz gehen aufs Steinklo, weil nur für Männer. Dann der Marktplatz, das Nymphäum , das gigantische Severische Forum mit den Medusen(eine guckt blöder als die andere)  und der wundervollen Basilika. Dann das Alte Forum, den Tempel des Flavius, das Hafenbecken und den Rest der Markthalle. Im Amphietheater erregen wir mit unserem perfekten Gesangsübungen den Unmut einiger ruhebedürftiger Damen aus einer anderen deutschen Reisegruppe. Wahrscheinlich Studiosus. Anfangs etwas gewöhnungsbedürftig ist die Sprache des (selbstgefälligen) Führers, doch mit etwas Übung und hoher Konzentration gelingt es den meisten, seinen Ausführungen zu folgen und sich heftig beeindruckt zu zeigen. Zumindest die ersten 2 Stunden. Dann wäre eigentlich ein Päuschen angebracht gewesen, denn die Konzentration lässt nach und Füße und Rücken wollen nicht mehr so recht. Mittagessen war für 14.00 Uhr versprochen, doch es soll noch eine knappe Stunde dauern, bis der Traum (vor allem vom Hinsetzen)wahr werden kann. Vorbei noch an einigen Tempeln und Villen, Mägen hängen in den Kniekehlen,  Beine werden immer schwerer. Letzter Wegweiser zum Puff, dann passieren wir den Triumphbogen und bekommen endlich Gelegenheit zum Verschnaufen. Und unser Mittagessen.

Am Nachmittag besichtigen wir noch das Colosseum und genießen dahinter den Blick aufs Meer. Vor der Arena treffen wir auf eine Herde wilder Bestien (Määäh). und drinnen auf Ulf, den Gladiator.  Dann geht es, geschafft und angefüllt mit Eindrücken, zurück nach Tripolis.

Jeanette wartet bereits, ausgeruht und kampfbereit. Noch ein Pfeifchen im Hotel-Foyer, dabei Satz des Tages von Iris: „Grade ist mir eingefallen, woher ich Rolf und Ruth kenne! Kelly-Family !“ (Recht hat sie ) Kurz aufs Zimmer und dann flugs abgefüttert – Fauxpas – Gesine informiert alle, dass wir früher zu Abend essen können, erreicht dabei aber Jutta und Brigitte nicht, diese fehlen also am Tisch

und sind später angesäuert. Dafür dürfen wir registrieren, dass Frau Kelly-Family ein zweites T-Shirt und eine Jeans besitzt! (Kaum wiederzuerkennen !) Wie gehabt motzen die Schweizer, weil ihnen einen Abend im landestypischen Restaurant versprochen war und Oskar nun extra den Smoking mitgeschleppt hat... (Eigentlich Schade, Oskar im Smoking und Margit im kleinen Schwarzen, das wäre sicher hübsch geworden)

Wir wollen was erleben und ziehen zu acht mit 2 Taxis in die Stadt. Mit im Boot natürlich Gesine, Ute, Peggy und Jeanette, komplettiert wird die Runde durch Iris und Thomas und last but not least den Fritz, der sich heute mal von Ingrid und Rosi weggeschlichen hat.

Erlebnis 1: In Libyen hat Bambi Hörner (und ist eine Gazelle) 2. Die Souks sind bereits geschlossen, also Abschwenken auf eine Einkaufsstraße mit italienischem Flair. 3. Gesine kauft einen BH (heftig kommentiert durch die übrigen Mitstreiter) + wir kommen in den Genuss, beispielhafte Verkaufskultur zu erleben. Auch lernen wir etwas über den Unterschied italienischen Slips und Plautzern aus England.  Wohl durch die nicht zu überhörenden Anfeuerungskommentare und unser Gelächter angelockt, steht plötzlich Mohammed im Laden, was die Runde erfreulich komplettiert. So genießen wir in Insiderbegleitung einen schönen Abendspaziergang und später Capuccino und Gran Bitter ...

12.11.2007 – 14. Tag – Tripolis + Abschied von Libyen

Noch ein Morgenfoto vom Hotelbalkon, Frühstück und dann mit dem Gepäck zum Bus. Wir müssen zusammenrücken, um das Bildungsbürgertum aus der anderen Reisegruppe aufzunehmen. Kerstin, die jetzt einen Banknachbarn hat, wirkt glücklich, die Begeisterung der anderen hält sich in Grenzen. Rolf ist nur durch Aufforderung zu bewegen, die mit seinem Kram belegte Bank freizugeben, damit auch dort jemand sitzen kann.

Wir passieren den Marc-Aurel-Bogen und bewegen uns zu Fuß zu einer abschließenden Stadtbesichtigung. Nach einen kurzen Gang durch die Altstadt, an der Synagoge, einer zum Hotel umgebauten Karawanserei und einer katholischen Kirche vorbei, gelangen wir in die Souks. Da ist nun echt was los. Man weiß gar nicht, wohin man zuerst schauen soll.  Schmuck, Klamotten, Gewürze, erstaunlich die Sauberkeit und Freundlichkeit und angenehme Zurückhaltung der Händler. Nirgends wird man bedrängt oder reingezerrt. Zum Handeln selbst bleibt kaum Zeit, die Angst, man könnte die Gruppe verlieren, hält davon ab. Kinder wollen fotografiert werden, es entstehen lustige Bilder. Eine ältere Frau lässt Ingrid und mich einen Blick in ihr Haus werfen. Wir sehen einen großen Raum mit Galerie, um den herum sich lauter kleine Zimmer gruppieren. Es wirkt gemütlich, mit Polstern und Bildern an der Wand (übrigens nicht Gadafi !) Die Stasis (es sind jetzt 2, vermutlich werden sie geklont) sind ausnahmsweise mal sinnvoll beschäftigt. Sie spüren zurückgebliebene und verirrte Gruppenmitglieder auf und geleiten sie zur Herde zurück.

Der Pechpinsel des Tages ist Gesine. Erst schnappt ihr Familie Raffzahn die letzten Datteln weg, dann fällt die Tüte mit „Prinzessin“ runter. Klirr. Darauf Kommentar Ulf, der gerade zu erläutern versucht, dass sich lose Datteln in der Tasche nicht bewegen „dagegen das bewegt sich heftig ...“ Er selbst bewegt sich auch. Nämlich schleunigst aus Gesines Aktionsfeld (sicher ist sicher). Peggy rettet die Stimmung, indem sie sofort lossprintet und Gesine ein neues Glas schenkt, was erheblich zur Besänftigung beiträgt.

Amüsant: der Verkäufer am Tierstand hat nicht nur in Dresden studiert und in Leipzig Deutsch gelernt, er heißt auch noch Mohammed und ist ein Freund von Mohammed ... nicht, dass die Welt kein Dorf wäre ...

Noch ein letztes Mal Ghadafi fotografiert, dann verabschieden wir uns von Tripolis und fahren in Richtung tunesische Grenze.

Ebenso unkompliziert wie wir reingekommen sind, verlassen wir Libyen wieder.

Noch 130 km bis zum Hotel. Danksagungen an den Fahrer und Mohammed, zuerst von Kerstin,  bescheiden, verhalten und zu leise, als dass es irgendjemand sonst verstehen könnte,  hernach, auf Gruppenwunsch, noch mal deutlich und für jeden verständlich der Dank von Gesine. Der Empfang im Hotel ist, wie erwartet, frostig. Der Begrüßungssaft ist gleich mal alle, der Kofferträger muss erst aktiviert werden, die Anmeldezeremonie gestaltet sich mühselig. Dann ist auch noch Lutz abgängig. Irgendwann findet ihn Mohammed in der Bar, er musste erst sein Überlebensquantum auffüllen. Zu Ulfs großer Freude ist sein Koffer hier auch nach 14 Tagen noch nicht eingetroffen, nun hat er die Hoffnung, ihm zu Hause wieder zu begegnen.

Auf einen Restaurantbesuch verzichten wir lieber. Ulf allerdings sieht das nicht so: „Ich ziehe mir was über mein Ghadafi-T-Shirt und mische mich unter eine Gruppe Italiener. Und dann bescheiße ich dieses Restaurant nach Strich und Faden ...“ (gesagt, getan)

Wir nehmen noch ein paar Bierchen oder das eine bzw. andere Weinchen und frieren im Außenbereich der Bar noch ein wenig vor uns hin. Irgendwann taucht Lutz auf und versucht, es so zu sagen, wie es ist. (Was, war allerdings nicht recht rauszufinden.) Wir verabschieden uns von Jutta und Brigitte, von Iris und Thomas und auch von Lutz, der schnell noch etwas Frust abzulassen versucht, fliehen ins Warme und verteilen uns auf unsere Betten.

13.11.2007 – Abreisetag

Beim Frühstück und danach versuchen wir, Oskar und Margit zu umlaufen, das ist nicht schwer, denn man hört sie (Margit) deutlich. Besonders Gesine ist darum bemüht, da Oskar, mit der Androhung, nach Leipzig kommen zu wollen, um ihre Karte gebeten hatte. (Tja, wenn er seine Frau zu Hause ließe, wäre das kein Thema gewesen. So muss dies allerdings mit aller Kraft verhindert werden.)  

An der Rezeption Abschied von Mohammed, der seine nächste Gruppe übernehmen muss. Die Zeit bis zur Abholung kriegen wir rum mit Spaziergängen, shoppen im Hotelshop, rumhängen am Pool oder genießen ein Bad im Meer, sehr zum Entsetzen der Italiener, die schon beim Zuschauen frieren.

Noch ein letzter Espresso, Abschied von Ulf und Jeanette, natürlich nicht, ohne sie nach Leipzig einzuladen, dann Transfer zum Flughafen. Das Gepäck auf die Waage – Feststellung: es hat zugenommen ... Sieger wird Rosemarie mit  20 kg, gefolgt von Ingrid mit 19 Kg, Ute geht als letzte mit gerade mal 11 Kilo durch.

Ein bisschen shoppen, was trinken, dann müssen wir rennen, weil die Zeit knapp wird.  Ich schaffe es nicht mal mehr, aufs Klo zu gehen. Hinein in den Flieger und ab in die Kälte ... Der im Flugzeug angesagte „Schneesturm über Nürnberg“ löst nicht gerade Jubel aus. In Nürnberg durch den Zoll. Gesine büßt zum 2. Mal eine „Prinzessin“ ein. Ich habe Glück, weil Rosi und Ingrid zwei meiner Gläser zwangsadoptieren. Satz des Tages (Rosemarie): „Wir kommen vom Camping, wir haben nichts.“ Zeit für Bier und Würstchen und Gelegenheit, zu Hause anzurufen.

Flughafen Leipzig/Halle. Ende gut, alle haben überlebt. Nur eine mit Blessur. Gepäck abgefasst und tschüssi bis zum nächsten Mal – dass Peggys Rucksack den Flieger nicht gekriegt hat, können wir zu dem Zeitpunkt allerdings noch nicht wissen ..........

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11.11.2007 – 13. Tag – Leptis Magna

Die Nacht ist kurz, doch frisch geduscht trifft man sich beim Frühstück. Leider wird das friedvolle Schmatzen auch hier durch Margits Stimmchen übertönt.

Im Bus erst mal Abhängen, aber viel bringt das nicht.

Leptis Magna. Zuerst ins Museum, dessen überwältigende Attraktion ein überlebensgroßer Ghadafi darstellt. Naja, ein paar historische Ausgrabungsfunde sind auch drin. Apropos Gaddafi: Ulf trägt heute Kamel. Vorn Kopf, hinten Arsch, wie sich’s gehört.

(Leptis Magna, vermutlich die 1. phönizische Stadt in Tripolitanien, avancierte nach Eroberung durch die Assyrer zum bedeutendsten punischen Emporium Karthagos. 46 v. C. wurde die Stadt von den Cäsar erobert und ab dann romanisiert.

Sie besaß den bedeutendsten Ausfuhrhafen für exotische Güter aus Afrika, vor allem für die Verschiffung von Tieren. Aufwertung erfuhr die Stadt unter Vespasian (Errichtung der Triumphbogens)  und Trajan, ihre Blütezeit allerdings erlebte sie unter Kaiser Septimus Severus (193-211), unter dem die meisten der Bauwerke entstanden, wie das Hafenbecken, die Säulen-Prachtstraße, das Forum und die Basilika. Nach 235 n. C. setzte der Verfall ein. Die Erdbeben des 4. Jahrhunderts und der Einfall der Barbaren (damit sind nicht die deutschen Touris gemeint), trugen ihren Teil zur Zerstörung bei. 533, unter Justinians Feldherr Belizar wurde die Stadt in verkleinerter Form wiedererichtet und neu ummauert. Mit der Ernennung von Oea, später Tripolis, zum Machtzentrum (641-643) verlor Leptis Magna seine einstige Bedeutung. Die Ausgrabungen begannen in den 20er Jahren des 20.jahrhunderts, seit 1982 gehört Leptis Magna zum Weltkulturerbe. Leptis Magna war die drittgrößte Stadt des römischen Imperiums und es ist schon gigantisch und ausgesprochen eindrucksvoll, was davon heute noch in einem fantastischen Zustand erhalten geblieben ist.

Nachdem sich die müde Meute unter großen Mühen eine Kaffeepause erbettelt hat, beginnt der Rundgang. Kerstin bleibt verlassen zurück. Wir anderen passieren den Triumphbogen des Septimus Severus und den Cardo Maximus, vorbei an Reliefsteinen und Wegweiser zum Bordell (hervorragend ausgeschildert) und erreichen die hadrianischen Thermen. Fritz und Lutz gehen aufs Steinklo, weil nur für Männer. Dann der Marktplatz, das Nymphäum , das gigantische Severische Forum mit den Medusen(eine guckt blöder als die andere)  und der wundervollen Basilika. Dann das Alte Forum, den Tempel des Flavius, das Hafenbecken und den Rest der Markthalle. Im Amphietheater erregen wir mit unserem perfekten Gesangsübungen den Unmut einiger ruhebedürftiger Damen aus einer anderen deutschen Reisegruppe. Wahrscheinlich Studiosus. Anfangs etwas gewöhnungsbedürftig ist die Sprache des (selbstgefälligen) Führers, doch mit etwas Übung und hoher Konzentration gelingt es den meisten, seinen Ausführungen zu folgen und sich heftig beeindruckt zu zeigen. Zumindest die ersten 2 Stunden. Dann wäre eigentlich ein Päuschen angebracht gewesen, denn die Konzentration lässt nach und Füße und Rücken wollen nicht mehr so recht. Mittagessen war für 14.00 Uhr versprochen, doch es soll noch eine knappe Stunde dauern, bis der Traum (vor allem vom Hinsetzen)wahr werden kann. Vorbei noch an einigen Tempeln und Villen, Mägen hängen in den Kniekehlen,  Beine werden immer schwerer. Letzter Wegweiser zum Puff, dann passieren wir den Triumphbogen und bekommen endlich Gelegenheit zum Verschnaufen. Und unser Mittagessen.

Am Nachmittag besichtigen wir noch das Colosseum und genießen dahinter den Blick aufs Meer. Vor der Arena treffen wir auf eine Herde wilder Bestien (Määäh). und drinnen auf Ulf, den Gladiator.  Dann geht es, geschafft und angefüllt mit Eindrücken, zurück nach Tripolis.

Jeanette wartet bereits, ausgeruht und kampfbereit. Noch ein Pfeifchen im Hotel-Foyer, dabei Satz des Tages von Iris: „Grade ist mir eingefallen, woher ich Rolf und Ruth kenne! Kelly-Family !“ (Recht hat sie ) Kurz aufs Zimmer und dann flugs abgefüttert – Fauxpas – Gesine informiert alle, dass wir früher zu Abend essen können, erreicht dabei aber Jutta und Brigitte nicht, diese fehlen also am Tisch

und sind später angesäuert. Dafür dürfen wir registrieren, dass Frau Kelly-Family ein zweites T-Shirt und eine Jeans besitzt! (Kaum wiederzuerkennen !) Wie gehabt motzen die Schweizer, weil ihnen einen Abend im landestypischen Restaurant versprochen war und Oskar nun extra den Smoking mitgeschleppt hat... (Eigentlich Schade, Oskar im Smoking und Margit im kleinen Schwarzen, das wäre sicher hübsch geworden)

Wir wollen was erleben und ziehen zu acht mit 2 Taxis in die Stadt. Mit im Boot natürlich Gesine, Ute, Peggy und Jeanette, komplettiert wird die Runde durch Iris und Thomas und last but not least den Fritz, der sich heute mal von Ingrid und Rosi weggeschlichen hat.

Erlebnis 1: In Libyen hat Bambi Hörner (und ist eine Gazelle) 2. Die Souks sind bereits geschlossen, also Abschwenken auf eine Einkaufsstraße mit italienischem Flair. 3. Gesine kauft einen BH (heftig kommentiert durch die übrigen Mitstreiter) + wir kommen in den Genuss, beispielhafte Verkaufskultur zu erleben. Auch lernen wir etwas über den Unterschied italienischen Slips und Plautzern aus England.  Wohl durch die nicht zu überhörenden Anfeuerungskommentare und unser Gelächter angelockt, steht plötzlich Mohammed im Laden, was die Runde erfreulich komplettiert. So genießen wir in Insiderbegleitung einen schönen Abendspaziergang und später Capuccino und Gran Bitter ...

12.11.2007 – 14. Tag – Tripolis + Abschied von Libyen

Noch ein Morgenfoto vom Hotelbalkon, Frühstück und dann mit dem Gepäck zum Bus. Wir müssen zusammenrücken, um das Bildungsbürgertum aus der anderen Reisegruppe aufzunehmen. Kerstin, die jetzt einen Banknachbarn hat, wirkt glücklich, die Begeisterung der anderen hält sich in Grenzen. Rolf ist nur durch Aufforderung zu bewegen, die mit seinem Kram belegte Bank freizugeben, damit auch dort jemand sitzen kann.

Wir passieren den Marc-Aurel-Bogen und bewegen uns zu Fuß zu einer abschließenden Stadtbesichtigung. Nach einen kurzen Gang durch die Altstadt, an der Synagoge, einer zum Hotel umgebauten Karawanserei und einer katholischen Kirche vorbei, gelangen wir in die Souks. Da ist nun echt was los. Man weiß gar nicht, wohin man zuerst schauen soll.  Schmuck, Klamotten, Gewürze, erstaunlich die Sauberkeit und Freundlichkeit und angenehme Zurückhaltung der Händler. Nirgends wird man bedrängt oder reingezerrt. Zum Handeln selbst bleibt kaum Zeit, die Angst, man könnte die Gruppe verlieren, hält davon ab. Kinder wollen fotografiert werden, es entstehen lustige Bilder. Eine ältere Frau lässt Ingrid und mich einen Blick in ihr Haus werfen. Wir sehen einen großen Raum mit Galerie, um den herum sich lauter kleine Zimmer gruppieren. Es wirkt gemütlich, mit Polstern und Bildern an der Wand (übrigens nicht Gadafi !) Die Stasis (es sind jetzt 2, vermutlich werden sie geklont) sind ausnahmsweise mal sinnvoll beschäftigt. Sie spüren zurückgebliebene und verirrte Gruppenmitglieder auf und geleiten sie zur Herde zurück.

Der Pechpinsel des Tages ist Gesine. Erst schnappt ihr Familie Raffzahn die letzten Datteln weg, dann fällt die Tüte mit „Prinzessin“ runter. Klirr. Darauf Kommentar Ulf, der gerade zu erläutern versucht, dass sich lose Datteln in der Tasche nicht bewegen „dagegen das bewegt sich heftig ...“ Er selbst bewegt sich auch. Nämlich schleunigst aus Gesines Aktionsfeld (sicher ist sicher). Peggy rettet die Stimmung, indem sie sofort lossprintet und Gesine ein neues Glas schenkt, was erheblich zur Besänftigung beiträgt.

Amüsant: der Verkäufer am Tierstand hat nicht nur in Dresden studiert und in Leipzig Deutsch gelernt, er heißt auch noch Mohammed und ist ein Freund von Mohammed ... nicht, dass die Welt kein Dorf wäre ...

Noch ein letztes Mal Ghadafi fotografiert, dann verabschieden wir uns von Tripolis und fahren in Richtung tunesische Grenze.

Ebenso unkompliziert wie wir reingekommen sind, verlassen wir Libyen wieder.

Noch 130 km bis zum Hotel. Danksagungen an den Fahrer und Mohammed, zuerst von Kerstin,  bescheiden, verhalten und zu leise, als dass es irgendjemand sonst verstehen könnte,  hernach, auf Gruppenwunsch, noch mal deutlich und für jeden verständlich der Dank von Gesine. Der Empfang im Hotel ist, wie erwartet, frostig. Der Begrüßungssaft ist gleich mal alle, der Kofferträger muss erst aktiviert werden, die Anmeldezeremonie gestaltet sich mühselig. Dann ist auch noch Lutz abgängig. Irgendwann findet ihn Mohammed in der Bar, er musste erst sein Überlebensquantum auffüllen. Zu Ulfs großer Freude ist sein Koffer hier auch nach 14 Tagen noch nicht eingetroffen, nun hat er die Hoffnung, ihm zu Hause wieder zu begegnen.

Auf einen Restaurantbesuch verzichten wir lieber. Ulf allerdings sieht das nicht so: „Ich ziehe mir was über mein Ghadafi-T-Shirt und mische mich unter eine Gruppe Italiener. Und dann bescheiße ich dieses Restaurant nach Strich und Faden ...“ (gesagt, getan)

Wir nehmen noch ein paar Bierchen oder das eine bzw. andere Weinchen und frieren im Außenbereich der Bar noch ein wenig vor uns hin. Irgendwann taucht Lutz auf und versucht, es so zu sagen, wie es ist. (Was, war allerdings nicht recht rauszufinden.) Wir verabschieden uns von Jutta und Brigitte, von Iris und Thomas und auch von Lutz, der schnell noch etwas Frust abzulassen versucht, fliehen ins Warme und verteilen uns auf unsere Betten.

13.11.2007 – Abreisetag

Beim Frühstück und danach versuchen wir, Oskar und Margit zu umlaufen, das ist nicht schwer, denn man hört sie (Margit) deutlich. Besonders Gesine ist darum bemüht, da Oskar, mit der Androhung, nach Leipzig kommen zu wollen, um ihre Karte gebeten hatte. (Tja, wenn er seine Frau zu Hause ließe, wäre das kein Thema gewesen. So muss dies allerdings mit aller Kraft verhindert werden.)  

An der Rezeption Abschied von Mohammed, der seine nächste Gruppe übernehmen muss. Die Zeit bis zur Abholung kriegen wir rum mit Spaziergängen, shoppen im Hotelshop, rumhängen am Pool oder genießen ein Bad im Meer, sehr zum Entsetzen der Italiener, die schon beim Zuschauen frieren.

Noch ein letzter Espresso, Abschied von Ulf und Jeanette, natürlich nicht, ohne sie nach Leipzig einzuladen, dann Transfer zum Flughafen. Das Gepäck auf die Waage – Feststellung: es hat zugenommen ... Sieger wird Rosemarie mit  20 kg, gefolgt von Ingrid mit 19 Kg, Ute geht als letzte mit gerade mal 11 Kilo durch.

Ein bisschen shoppen, was trinken, dann müssen wir rennen, weil die Zeit knapp wird.  Ich schaffe es nicht mal mehr, aufs Klo zu gehen. Hinein in den Flieger und ab in die Kälte ... Der im Flugzeug angesagte „Schneesturm über Nürnberg“ löst nicht gerade Jubel aus. In Nürnberg durch den Zoll. Gesine büßt zum 2. Mal eine „Prinzessin“ ein. Ich habe Glück, weil Rosi und Ingrid zwei meiner Gläser zwangsadoptieren. Satz des Tages (Rosemarie): „Wir kommen vom Camping, wir haben nichts.“ Zeit für Bier und Würstchen und Gelegenheit, zu Hause anzurufen.

Flughafen Leipzig/Halle. Ende gut, alle haben überlebt. Nur eine mit Blessur. Gepäck abgefasst und tschüssi bis zum nächsten Mal – dass Peggys Rucksack den Flieger nicht gekriegt hat, können wir zu dem Zeitpunkt allerdings noch nicht wissen ..........

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